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20./21.4.
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Tschechische
Republik Hauptstadt: Prag Fläche: ca. 78.866 km² Einwohner: ca. 10,3 Mio.
Die
böhmische Küche rechtfertigt bereits eine Reise in die tschechische Republik!
Saftige Mahlzeiten mit Fleisch, böhmischen Knödeln ("knedliky") und Salat in
allen erdenklichen Variationen erhält man für wenig Geld (ca. 100 bis 150
Kronen) im "Restaurace".
Und irgendwo in einer traditionellen
Thermensaunalandschaft schwitzen ist eigentlich ein günstiges Vergnügen.
Absolutes Highlight ist die Hauptstadt Praha/Prag! Pulsierendes Leben in einer
nahezu komplett erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, es spielen
Straßenmusikanten, und unzählige Künstler, kleine Läden und Restaurants in den
kopfsteingepflasterten Gassen erzeugen ein Fluidum, welches jeden Besucher
sofort erfasst und mitnimmt in die Welt lebendiger Vergangenheit.
Und über allem
thront der Hradschin, die Prager Burg.
Nicht zuletzt der ausgesprochen
reizvollen Umgebung wegen sind die ehrwürdigen Staatsbäder Karlovy Vary,
Marianske Lazne und Frantiskove Lazne im böhmischen Bäderdreieck sehenswert. Im
Osten lohnen die kleinen Städte wie Trutnov oder Hradec Kralove südlich des
Riesengebirges einen Besuch, die sich bis heute den Charakter der
k.u.k-Monarchie bewahrt haben.
Im Süden ist Brno mit seiner gepflegten,
lebendigen Innenstadt zu empfehlen |
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... 129 ... "wellSPAss unterwegs in Böhmen"
Böhmische Dörfer? Kurorte in Tschechien
Vorwort
Nachdem ich leider sehr wenige Reiseberichte über das doch interessante
Reiseland Tschechien finden konnte - das ja durch die EM-Teilnahme kurzzeitig
wieder etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt ist - möchte ich gerne mal was über
die ehemals sehr berühmten und mondänen böhmischen Bäder schreiben. Namen wie
Karlsbad, Marienbad oder Teplitz mögen sicherlich vielen irgendwie vertraut
sein, doch ich möchte mal daran erinnern, daß die böhmischen Kurorte noch Anfang
des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten der Welt zählten und sich ohne Weiteres
beispielsweise mit Baden-Baden, Wiesbaden, Bad Kissingen, Vichy, Bath (England),
Bad Ragaz oder Baden bei Wien messen konnten.
Böhmen - Land der Kurorte
Böhmen (Cechy) ist eine ursprüngliche Beckenlandschaft in der Mitte Europas. Das
Land wird umgrenzt von Deutschland und Österreich. Mit 52.764 m² und rund 6
Millionen Einwohnern bildet Böhmen den westlichen und größten Teil (etwa zwei
Drittel) des EU-Staates Tschechien. Umgrenzt wird Böhmen von den Mittelgebirgen
Sudeten, Erzgebirge, Böhmerwald und Böhmisch-Mährische Höhe. Hauptstadt ist das
goldene Prag (Praha), zweitgrößte Stadt ist die Bierstadt Pilsen (Plzen).
Wichtigste Flüsse sind die Elbe (Labe), die Moldau (Vitava) und die Eger (Ohre).
Böhmen ist von jeher bekannt für seine Gastfreundschaft, die gute Küche und
wertvolle Glaserzeugnisse. Aber auch als Land der gesunderhaltenden Badefreuden.
Vorwiegend im Flußtal der Eger (Egerland) und im vulkanischen Böhmischen
Mittelgebirge befinden sich viele Thermalquellen. Mondäne Kurstädte wie
Marienbad, Karlsbad oder Franzensbad haben seit Jahrhunderten einen
wohlklingenden Namen und werden vorwiegend von deutschen und österreichischen
Urlaubsgästen nicht nur wegen des niedrigeren Preisniveaus gerne für eine Kur
gebucht. Wir begannen unsere leider nur zweitägige Tour vom Bayerischen Wald aus
und fuhren zunächst nach Pilsen. Wir konnten in dieser Großstadt jedoch keine
erwähnenswerten Bäder finden.
Marienbad
Weiter ging es nach Marianske Lázné (Marienbad). Der weltbekannte Kurort
besticht durch ein vollständig erhaltenes Stadtbild aus dem 19. Jahrhundert mit
wirklich bezaubernden Hotels, Bürgerhäusern und Kureinrichtungen. Nahezu jede
der Luxusherbergen besitzt auch ein eigenes Thermalbad. Empfehlenswert ist dabei
vor allem das Spa im Grand-Hotel Falkensteiner, erst im April 2004
fertiggestellt. Moderne öffentliche Bäder sucht man jedoch vergebens. Unbedingt
besuchen muß man aber das 1896 fertiggestellte "Nové Lázné" ("neues" Bad, da es
anstelle eines Badehauses von 1828 trat) mit seinen römisch inspirierten
Säulenhallen und dem Königskabinett. Ebenfalls sehenswert ist das historische "Centralni
Lazné". Den historischen Badeort Konstantinovy Lázné mußten wir aus Zeitgründen
leider rechts liegen lassen. Wir wollten nämlich zum Nachmittag das legendäre
Karlsbad (Karlovy Vary) besuchen.
Karlsbad
Der größte Badeort Böhmens ist nicht nur durch seine Obladen berühmt, sondern
vor allem wegen des mondänen Kurtreibens. Residieren sollte man unbedingt im
Grandhotel Pupp oder im Hotel Imperial, wo man gleich einen Eindruck vom
luxuriösen Leben der aristokratischen Oberschicht im 18. und 19. Jahrhundert.
Die Stadt selbst wurde Ende des 19. Jahrhunderts nahezu komplett wieder
aufgebaut, da sie durch mehrere Brände und eine Überschwemmung stark gelitten
hatte.
Moderne öffentliche Bäder findet man auch in Karlsbad nicht, obgleich es hier
sicherlich ein interessiertes und zahlungskräftiges Publikum gäbe. Bautechnisch
interessant ist jedoch der Besuch der fünf historischen Badeanstalten.
Namentlich erwähnt werden sollen hier das Zamecke Lázné (Schloßbad), das Lázné
III, das Bohemia Lázné (Böhmenbad) und vor allem das Alzbetiny Lázné
(Elisabethbad).
Joachimsbad
Weiter ging es nach Jáchymov (St. Joachimsthal), einer ehemaligen
Bergwerksstadt, die heute eher mit Ski-Touristen ihr Geld verdient. Das
historische Radon-Kurbad ist äußerlich sehr schön renoviert, hat jedoch drinnen
nicht viel zu bieten. Nach Geschlechtern getrennt kann man kleine Bassins
nutzen. Die Kurgäste im Rentenalter scheinen jedoch zufrieden und die
Heilerfolge vor allem bei Rheuma sind unbestreitbar.
Klasterec
Auf halbem Wege zwischen Ostrov (Schlackenwerth) und der Industriestadt Chomutov
befindet sich das Örtchen Klásterec nad ohri (Klösterle an der Eger). Gleich am
Ortseingang weist ein Schild auf den "Aqua Parku" (Wasserpark) hin. Es handelt
sich um ein Freizeit-Freibad, das erstaunlich gut ausgestattet ist. Das Sport-
und Spaßbecken verfügt über 6 Bahnen je 25 m sowie Breitrutsche, Sprudelliegen
und Schwallduschen. Im Sprungbecken kann man 350 cm tief tauchen und von drei
Plattformen springen (1 / 2 / 3 m). Weiterhin gibt es ein Kaskadenbecken, zwei
Kinderbecken und ein Strömungsbecken. Die beiden Großrutschen (68 m und 128 m)
verfügen über Sicherheits-Ausläufe und sind - ebenso wie das Wildwasser - pro
Nutzung mit 5 Kronen zu bezahlen (ca. 17 Cent). Der Tages-Eintritt für
Erwachsene beträgt 40 Kronen (ca. 1,50 €). Schade, daß dieses Bad nicht über
eine Wärmehalle oder eine Saunalandschaft verfügt und somit nur drei Monate
jährlich (Juni bis August) nutzbar ist.
Most
Ein richtiges Spaßbad fanden wir in Most (Brüx = Brücke). Das "Aquadrom" wurde
1996 aus einem 50-m-Freibecken umgebaut. Das Becken wurde komplett überdacht und
durch Edelstahl-Einsätze in verschiedene Sektionen unterteilt. Die
Edelstahl-Becken sind untereinander durch einen Schwimmkanal verbunden. Es gibt
nun ein 25 m langes Sportbecken mit 6 Bahnen, ein ca. 400 m² großes Spaßbecken
mit Strömungskanal und Sprudelliegen, ein Kinderbecken und einen Whirlpool.
Außerdem wurden zwei Röh-renrutschen mit 80 bzw. 100 m Länge errichtet.
Zusätzlich gibt es noch zwei geflieste Außenbecken, die separat als Freibad
betrieben werden, sowie eine kleine Sauna. Der Erwachsenen-Preis für Sauna inkl.
Baden bewegt sich mit 215 Kronen (ca. 6 €) für 6 Stunden noch weit unterhalb von
"westlichem" Niveau, wobei man in Deutschland und Österreich aber auch etwas
höhere Standards erwarten darf.
Teplice
Auch in der alten Kurstadt Teplice (Teplitz-Schönau) fanden wir ein
Ganzjahres-Freizeitbad. Das "Aquacentrum" von 1998 ist zwar gepflegt, aber etwas
spartanisch ausgestattet. Neben dem Sportbecken (6 Bahnen) gibt es noch ein
kleines Entspannungsbecken, ein Kinderbecken und eine offene Indoor-Rutsche (40
m). Weiterhin sind noch ein Sommer-Planschbecken draußen und eine Sauna im
Angebot. Dafür sind die Preise erfreulich niedrig. Die Tageskarte für Bad und
Sauna kostet für Erwachsene nur 70 Kronen (ca. 2,10 €).
An historischen Traditionsbädern aus dem 19. Jahrhundert fanden wir das "Hadi
Lázné" (geschlossen), das "Kamenné Lázné" (Trinkkuren, Wannenbäder) und das "Nové
Lázné" von 1889, das heute ein Therapiezentrum für Kinder beherbergt. Das
"Kaiserbad" und das "Beethovenbad" (beide mit Thermalbecken) konnten wir leider
nicht finden. Die anderen historischen Bäder waren jedoch ausnahmslos in einem
frisch renovierten Zustand und sind architektonisch sehenswert.
Prag
In der tschechischen Hauptstadt Prag gibt es natürlich ebenfalls Bäder, z. B.
das "Aqua-Atol", das von dem Münchner Bäder-Architekten Prof. Wienands entworfen
wurde. Zwar ist Prag nun über die Autobahn in nur noch etwa einer Stunde zu
erreichen, doch für diese wunderschöne Stadt sollte man sich schon mindestens
ein ganzes Wochenende Zeit nehmen. Darum fahren wir dort demnächst noch mal
länger hin.
Resumée
Unsere kleine Bädertour durch das schöne Böhmerland war zwar kurz, aber sehr
interessant. Vor allem die Bäder in Marienbad und Karlsbad sind auf jeden Fall
einen kleinen Urlaub wert.
P.S.: Nachdem die Slowakei ja gerade die Einführung des Euro zum Januar 2009
angekündigt hat, wird das im Bruderland Tschechei sicherlich auch nicht mehr
lange auf sich warten lassen. Wer also noch zum günstigen Kronen-Kurs seinen
Urlaub genießen möchte, sollte sich mit dem Besuch beeilen. Heftige
Preis-Steigerungen sind nämlich bei der Euro-Einführung vorprogrammiert.
© by wellSPAss im Juli 2008

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