Königreich Schweden Hauptstadt: Stockholm Fläche: ca. 449.964 km² Einwohner: ca.
8,9 Mio.
Am ersten Abend in Lassekrog - es sind nur läppische elf Grad minus - geht es
gleich in die Sauna, oder besser: ins "basdu" und die "badunna". Das ist eine
der drei winterlichen Lieblingsbeschäftigungen der Schweden: die nächtliche
Sauna mit "Freiluft-Badetonne".
Seit mindestens tausend Jahren fröne man dieser
heiß-kalten Leidenschaft,
sagt Andasch, während er noch ein paar Holzscheite aufs knisternde Feuer legt.
Nach dem Schwitzen in der Blockhütte kühlt man sich mit Schnee ab, ganz
Abgebrühte wagen sich in den vereisten Fluss, steigen dann in die riesige
Holztonne mit dem 45 Grad Celsius heißen Wasser. Es zischt gewaltig, Nebel
steigen auf, nichts ist mehr zu sehen.
Wenn der Dampf sich verzogen hat, glühen
rundherum in der Badetonne die hochroten Gesichter der anderen, der eigene Atem
trifft sich mit ihrem.
Die naturliebenden acht Millionen Schweden kommen in
ihrer eisgekühlten Einsamkeit auf die abstrusesten Ideen: sie treffen sich
regelmäßig zum Eisbaden, auch Geburtstagspartys oder Konferenzen finden in
Winter-Badeanstalten am Seeufer statt. Man springt rein, taucht kurz unter und
greift danach wieder zum Bier oder Aquavit, labt sich an Elchbraten und
Rentiergulasch
ABBAMUSIK ist nach
wie vor das musikalische Highlight von Schweden und der Michel ist Kult bei alt
und jung.
Ebenso wie die großen
Feste sind auch die kulinarischen Höhepunkte in Schweden stark saisonbedingt. Im
August wird der Startschuß gegeben für Kräftskivan, die Krebspremiere: Ab dem
zweiten Donnerstag des Monats gelten die beliebten Schalentiere als ausgewachsen
und appetitlich genug, um auf einem der allerorts gefeierten Krebsfeste als
Mittelpunkt des Interesses zu landen. (Daß die meisten Krebse heute aus der
Türkei oder den USA importiert werden, sei zumindest am Rande vermerkt.) Ganz
Schweden nimmt an der alten Tradition der Krebsgelage teil, man lädt liebe Gäste
auf die Veranda oder in den Garten - oder wird geladen -, schmückt das halbe
Land mit Laternchen und Girlanden und serviert ein köstliches Abendessen: die
Krebse in Dill mit Brot und Sauce, Kartoffeln und Knäckebrot.
Was bei keinem Fest in Schweden fehlen darf, besonders dann, wenn es etwas Gutes
zu essen gibt, sind selbstverständlich ausreichend Bier und Schnaps, damit
Krebsfleisch und Knäckebrot auch rutschen; und getrunken werden darf in Schweden
niemals, ohne das passende Trinklied absolviert zu haben. "Ein Krebs, ein Lied,
ein Schnaps!" heißt es dann auch.
Dies gilt auch für die etwa zeitgleiche Premiere des berüchtigten Surströmming,
der vorzugsweise in Nordschweden unter freiem Himmel gegessen wird. Hierbei
handelt es sich um vergorenen Hering, dessen Gase seine Blechdose zu allen
Seiten ausbeulen und somit beinahe kugelrund werden läßt. Das Land teilt sich
bei der "Surströmming-Frage" in zwei unvereinbare Lager. Böse Zungen behaupten,
der Geruch des Herings würde ausreichen, eine Horde Wikinger in die Flucht zu
schlagen. Aber alle sind sich einig, daß die beste Methode, Surströmming zu
überstehen, ein ordentlicher Zug Aquavit nach jedem Bissen sei.
In der langen, dunklen Winterzeit wärmt sich ganz Schweden von innen mit Glögg,
einem glühweinähnlichen Getränk mit einer Reihe von Weihnachtsgewürzen und
Mandeln und Rosinen. Zum Nachtisch ist in dieser Jahreszeit auch der süße Punsch
beliebt, der erhitzt zum Kaffee gereicht wird. Dieser kann notfalls jedoch auch
kalt und zu jeder anderen Jahreszeit getrunken werden.
Internationale Bekanntheit hat in erster Linie das skandinavische Smörgåsbord
erreicht, das variationsreiche kalte und warme Buffet mit vielen verschiedenen
Fischsorten, den obligatorischen Köttbullar (Fleischklößchen), Schinken und
Knäckebrot. Im Herbst ist Saison für frisches Elch- und Rentierfleisch, das man
probiert haben sollte.