 |
|

DIE
WEISSRUSSLAND
WOHLFÜHL~STARTSEITE
|

Staatsname: Präsidialrepublik,
seit 1994 Weißrussland Hauptstadt: Minsk
Fläche: ca. 207.600 km² Einwohner: ca. 10 Mio. Bevölkerungsdichte 50 Ew/km²
Unabhängigkeit Proklamation am 25.08.1991 Verwaltungsgliederung 6 Regionen und
Hauptstadtbezirk.
Der weltweite Siegeszug der Sauna begann erstaunlicherweise in
einem superheißen Sommer. Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris fiel bei 40
Grad im Schatten der Startschuss zum 5000-Meter-Lauf, den trotz der ungewohnten
Temperaturen ausgerechnet zwei Männer aus dem hohen Norden mit großem Abstand
gewannen – die Finnen Nurmi und Ritola.
Während
einige von der Hitze völlig erschöpfte Läufer medizinisch versorgt wurden,
starteten die Finnen wenig später erneut beim 10000-Meter-Lauf. Sieger: Ritola.
Fasziniert von einer derartigen Leistung interessierten sich Trainer und
Sportmediziner für die Wettkampfvorbereitung der Nordlichter und erfuhren: Zum
festen Bestandteil ihres Trainings gehörte Saunabaden.
Eine Erklärung für das
Phänomen: Schwitzkuren schulen nachweislich unser Wärmeregulationssystem. Das
heißt, dass wir uns besser auf Temperaturschwankungen einstellen können. Wer
regelmäßig sauniert, fröstelt deshalb an kalten Wintertagen nicht so
schnell.
Heiße Sommertage wiederum werden durch aktivere Schweißdrüsen
erträglicher.
Die Küche Weissrusslands ist, wie das Land selbst, zwischen dem
Westen und dem Osten Europas angesiedelt. Fleisch und Geflügel werden gern in
grossen Stücken gebacken, Dill, Lorbeer, Majoran, Zwiebeln, Knoblauch und
Koriander sind beliebte Gewürze.
Über dreihundert
Kartoffelgerichte soll es in Weissrussland geben. Tausende von kleinen Seen, Bächen und Flüsschen versorgen
die Menschen auf dem Land mit frischem Fisch. So fischreich sind diese Gewässer,
dass man den Fisch, vor allem Brachsen bzw. Brassen, oft mit blossen Händen
fangen kann.
Dichte Wälder, Sümpfe und weite Wiesen vermitteln den Eindruck von
Ursprünglichkeit in diesem Land zwischen Memel, Dnjepr und Düna. „Belaja Rus’“ –
Weissrussland soll seinen Namen nach den schneeweissen, aus Leinen gewebten
Kleidern seiner Bewohner tragen.
Die Arbeiterinnen, mit denen Natalja und Nina
den Ernteauftakt dieser Kornkammer Russlands festlich begehen, tragen
traditionelle weisse Blusen mit schöner Stickerei
www.aquapark-samara.ru
|
|

Achilles' Verse
Körperkult im Holzverschlag

Besucher einer mobilen Sauna
in Russland: Wie Laufen ohne Beineinsatz
Qualen in der Sauna: Achim Achilles begegnet beim ausgiebigen Schwitzen
Exhibitionisten und einem Folterknecht, der es auf ihn abgesehen hat. Auch
unangenehmer Kontakt mit haarigen Körpern bleibt nicht aus. Parallelen zum
Marathon liegen auf der Hand.
Bitte nicht Marvin, das überlebe ich nicht. Marvin war in einem früheren Leben
Folterknecht, jetzt ist er für den Sauna-Aufguss zuständig. Ich japse wie beim
Tempolauf. An meine linke Hüfte drückt sich ein behaarter Südosteuropäer, in
meinen Steiß bohren sich die nagelverpilzten Zehen eines Schöneberger
Ureinwohners, rechts müht sich eine Dame mit Turban, die sich in drei Handtücher
gewickelt hat, Abstand zu halten. Völlig unmöglich. Um kurz nach 21 Uhr gibt es
alles in der Sauna meines Fitnessstudios, aber keine Distanz.
Demnächst wird der letzte Aufguss des Abends zelebriert; Gedränge wie beim
Marathon-Start. Laut Guinness-Buch der Rekorde kann man 40 Menschen in eine
Telefonzelle quetschen. In diesem Holzverschlag schwitzen sich weit mehr Leiber
an. Öffentliche Sauna, das ist so klebrig wie Swingerclub, zwar ohne Sex, dafür
aber mit doppelt so viel Geglotze.
Schwitzen ist gesund, sagt Mona, das hilft dem Läufer bei der Regeneration. Aber
nur, wenn der Nachbar seine Schuppenflechte für sich behält. Und wenn die
Schwitzerei nicht länger dauert als drei Minuten. Aber wer einen Platz beim
Aufguss haben will, muss schon zehn Minuten vorher ins schwitzende Inferno, weil
der Pöbel vom Spinning-Kurs sonst alle Plätze besetzt.
Ausgelebter Exhibitionismus auf einem Hektar Badetuch
Spinning-Sportler sind wie "Ballermann"-Touristen: Sie gehen betont breitbeinig,
sind sportmodisch maximal verstyled und haben dafür immer einen Spruch parat,
den keiner hören will. Die besten Saunaplätze ganz oben belegen sie mit
ausgelegten Handtüchern. Und dann quatschen sie, am liebsten über Nervensägen,
die in der Sauna die ganze Zeit quatschen.
Es gibt nur zwei Sorten Saunafreunde: den peinlich exhibitionistischen und den
peinlich verklemmten. Der eine holt noch mal Luft, reißt dann die Tür auf,
brüllt "Moinsen", sortiert mit abgespreiztem kleinen Finger das teilrasierte
Gemächt und versucht gleichzeitig, Blickkontakt mit den anwesenden Frauen
aufzunehmen, die aber alle synchron zu Boden starren. Währenddessen müht sich
ein verklemmtes Männchen, sich hinter dem breitschultrigen Vorzeiger unauffällig
in die Kabine zu drücken. Leider stolpert er über den Adiletten-Stapel am
Eingang. Alle grienen, als ihm das Handtuch von seinen faltigen Hüften rutscht.
Der Exhibitionist breitet zwischen zwei Frauen einen Hektar Badetuch aus und
beginnt mit Situps. Dann stürzt er zum Ofen und macht einen Privataufguss. Zwei
Minuten später ist er auch schon wieder draußen. Der Verklemmte dagegen verlässt
die Sauna immer erst, wenn keiner guckt. Also nie. Die dunklen Streifen im
Saunaholz stammen bestimmt von verkohlten Klemmis.
Plötzlich verdunkelt sich die Sonne. Marvin naht, der Folterknecht. Es gibt
keinen Grund, ihn herbeizusehnen, außer, dass es dann schneller vorbei ist. Ich
könnte im letzten Moment aus der Tür huschen und "Anschlusstermin" murmeln oder
"Kinderinsbettbringen". Aber keiner würde mir glauben. Marvin trägt ein Handtuch
um die Hüften, ein anderes über dem Arm, einen Eimer Wasser und ein Tablett mit
Orangenscheiben. "Seid ihr alle da?" ruft Marvin. "Nein!", brüllen die Spinner.
Fast wie im Rammstein-Konzert hier. Psychedelische Kreise hüpfen vor meinen
Augen.
Der Geruch verbrannter Achselhaare liegt in der Luft
Erste Runde. Marvin leert einen Hektoliter Wasser auf die Steine und lässt das
Handtuch hubschraubern. Ich kriege keine Luft mehr. Marvin legt das Handtuch
zusammen und drischt die heiße Luft mit dem kaukasischen Beidhänder direkt auf
meinen Leib. Der Hühnergrill beim "Wienerwald" ist eine Kühlkammer dagegen.
Selbst die großmäuligsten Spinner sind verstummt. Pfeift schon einer, weil ihm
das Wasser im Hintern kocht? Läuferkühn frage ich: "War das schon alles?"
Erschrocken gucken mich alle an. Au weia, jetzt droht Klassenkeile.
Alle außer mir wissen, was jetzt passiert: Marvin wedelt noch zwei Extrarunden,
ausgesprochen gemächlich und immer in meine Richtung. Mir wird schwindelig. Ich
meine, verbrannte Achselhaare zu riechen. Endlich gibt Marvin die
Orangenscheiben in die Runde. Meine Saunafreunde reichen den Teller so geschickt
umher, dass er immer weiter als eine Armlänge von mir entfernt ist. Am Ende
bleibt mir ein Sortiment abgenagter Schalen. Auch egal.
Marvin und die anderen stehen an den Fußbecken und pumpen. Sieht aus wie im Ziel
vom Marathon. Sauna ist wie Laufen ohne Beineinsatz: heiß, anstrengend,
sauerstoffarm, und ab der Hälfte kann ich nicht mehr.
Weißrussland:
Essen und Trinken
Essen
In der weißrussischen Küche werden überwiegend Kartoffeln verwendet. Pilze und
Beeren sind beliebte Zutaten. Zu den landestypischen Spezialitäten zählen
Draniki (Kartoffelpfannkuchen), Kalduny (Kartoffeltaschen mit Fleischfüllung)
und Draschenij (ein Kartoffelgericht mit Pilzen). Traditionelle Suppen sind,
ebenso wie in Russland, der Borschtsch (Eintopf aus roten Beeten und Weißkohl,
mit saurer Sahne serviert) und Schtschi (Eintopf aus Kohl oder Sauerkraut mit
Fleisch bzw. Brühe und diversen anderen Zutaten wie z.B. Pilzen). Die einfache
Weißkohlsuppe heißt Kapusta.
Trinken
Sehr beliebt ist, ebenso wie in Russland, der Tschai (schwarzer Tee). Kwas, ein
Erfrischungsgetränk, wird aus vergorenem Brot, Mehl und Malz hergestellt. Der im
Frühjahr gezapfte Birkensaft gilt als sehr gesund. Das alkoholische
Nationalgetränk ist auch in Weißrussland der Wodka. Eine weitere Spezialität des
Landes, der Likör Belovjeschkaja, wird aus über 100 Kräutern gebrannt. Übrigens
dürfen laut den geltenden Bestimmungen nur bis zu 100 ml Alkohol pro Person und
Mahlzeit verkauft werden.
|

|
 |
























|