
Ich
muß demnächst geschäftlich zum ersten Mal in die Ukraine,
soll ich mir was zum Essen mitnehmen ? So die Frage in einigen Emails an mich.
:-)
ALSO, ein Esspackerl muß sich wirklich keiner mehr in die Ukraine mitnehmen.
Verhungern wird man dabei sicher auch nicht. Da hat sich in den letzten 10 - 15
Jahren wirklich einiges verbessert. Restaurants von preiswert über Fastfood bis
hin zu deluxe stehen in allen größeren Städten in großer Auswahl zur Verfügung.
Neben der klassischen ukrainischen Küche gibt es auch "exotisches" wie etwa
asiatische und italienische Küche. Die Qualität der Speisen ist als durchwegs
(sehr) gut zu bewerten.
Am Abend gibt es auch diverse Lokalitäten, Freiluft-Restaurant oder Zeltbuden wo
gegrillt wird, z.B. Schaschlik.
Für Selbstversorger gibt es in den Lebensmittelgeschäften eine große Auswahl
sowohl an frischer Ware als auch an abgepackten Produkten. Die Großkonzerne aus
der ganzen Welt sind ebenfalls schon seit vielen Jahren in der Ukraine vertreten
und decken so fast jeden Geschmack der Konsumenten ab.
Mit Getränken ist es genau so. In den Städten gibt es an jeder Ecke Buden, wo
man gekühlte Getränke (Mineralwasser, Cola, Bier etc.) kaufen kann.
Die Ukraine hat auch eine Tradition bei Süßspeisen und Speiseeis. Ich habe schon
vieles probiert und alles ist wirklich lecker. :-)
Auf den Märkten kann man u.a. auch Obst und Gemüse kaufen, welches ebenfalls
vielfältig, in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden ist.
Zu den Preisen der Lebensmittel. Für Österreicher / Deutsche sind die Preise für
Lebensmittel und Lebenserhaltung äußerst niedrig.
Die
ukrainische Küche
ist sehr vielfältig und hat die Elemente unterschiedlicher europäischer Küchen
aufgenommen (vor allem deutsche, türkische, polnische und ungarische Küche). Der
Anteil der altslawischen Traditionen ist aber der bedeutendste. Die ukrainische
Küche hat auch die Nationalküchen von Nachbarländern beeinflusst, unter anderem
die Polnische Küche, Russische Küche und die Deutsche Küche. Durch die
ukrainischen Einwanderer in die USA und nach Kanada wurde die ukrainische Küche
auch in Nordamerika bekannt. Die ukrainische Kochtradition wird in zahlreichen
Restaurants in der Ukraine, in Russland und mittlerweile auch in Europa und
Nordamerika weitergepflegt. Besonderheit der ukrainischen Küche ist die große
Vielfalt der benutzten, überwiegend einheimischen Lebensmittel, wie Kartoffeln,
Fleisch, Früchte, Pilze, Beeren und Kräuter. Die bekanntesten Gerichte sind
Borschtsch, Soljanka und Wareniki. Die ukrainische Küche wird meist in großen
Mengen gereicht und soll satt machen.
Traditionelle
Gerichte
-
Borschtsch mit Schmand und
DillBorschtsch - Gemüsesuppe (am beliebtesten mit Rote Bete), obwohl
Borschtsch ein Bestandteil der polnischen und russischen Küche geworden ist,
stammt er aus der Ukraine. Der Name stammt vom ukrainischen bzw. altrussischen
Burjak = Rote Bete. Es gibt mehr als 30 lokale Sorten von Borschtsch mit recht
unterschiedlichen Rezepturen.
-
Okroschka - eine kalte Suppe mit
Kwas.
-
Soljanka - dickflüssige, würzige
und säuerliche Suppe, die aus 7 verschiedenen Fleischsorten gekocht wird. Der
Name stammt vom russischen Sol = Salz. Ähnlich zur Soljanka sind Kapustnjak =
Kohlsuppe und Rassolnik.
-
Soljanka mit Oliven und
PetersilieJuschka - Fischsuppe aus Süßwasserfischen, üblicherweise mit
Karpfen.
-
Haluschky - "Kleine Ohren", eine
Suppe mit gefüllten Teigtaschen.
-
Oliviersalat - im Westen auch
Russischer Salat genannt.
-
Vinaigrette - Salat aus
verschiedenen Gemüsesorten wie Erbsen, Linsen, Bohnen, Zwiebeln und Pilzen.
Eingemachtes - z.B. Gewürzgurken (Kvasheni Ohirky) oder Tomaten (Kvasheni
Pomidory).
-
Kapustianyi - Sauerkraut oder
frisch gehobelter Kohl mit Sonnenblumenöl und Essig mariniert, oft auch mit
gerösteten Walnüssen oder Sauerkirschen verfeinert.
-
Vesnianyi - ein Salat je nach
Saison mit frischen Gurken oder Tomaten, mit verschiedenen Dressings und mit
Dill verfeinert.
Marinierte Pilze mit kleinen Zwiebeln - Mit Speiseöl und Essig mariniert, je
nach Belieben mit Pfeffer, Salz und Zitronensaft verfeinert.
-
Mehlspeisen
Kutja - eine festliche süße Speise aus Weizen (Graupen), Mohn, Sultaninen,
Nüssen u.a., die an Weihnachten als Vorspeise gegessen wird.
-
Pelmeni gefüllte, gekochte
Teigtaschen.
-
Tschebureki (Чебуреки) - In heißem
Fett gebackene Teigtaschen mit Hackfleischfüllung.
-
WarenikiWareniki - gekochte
Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen z. B. Kartoffeln, Sauerkraut, Quark,
Fleisch, Pilze, Mohn, Obst und Früchte. Wareniki sind ein altes slawisches
Gericht im Gegensatz zu den von türkischen Nomaden aus Nordchina mitgebrachten
Pelmeni. Durch die Erzählung von Nikolaj Gogol Die Nacht vor Weihnachten sind
Wareniki zum Symbol der Völlerei und Faulheit geworden. Dort waren die
Wareniki durch Zauberei von ganz allein aus der Schüssel gesprungen, in den
Schmand eingetaucht und in den Mund geflogen.
-
Piroggen (Pyrohy) - angebratene
Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen.
weitere zahlreiche Teigwaren wie Pampuschka, Galuschka, Knödel, Bliny (Mlynzi)
oder Wergun.
-
Pampuschky - Süße Krapfen gefüllt
mit Marmelade und mit Puderzucker bestäubt.
-
Kulesch - Brei aus Getreide, Mehl
und Kartoffeln
-
Scharkoe - Braten in
unterschiedlichsten Ausführungen. Klassisch wird er in kleinen Töpfchen
zubereitet und serviert.
Rouladen aus Fleisch, Kohl (Holubzi-Kohlrouladen, zum Beispiel mit Reis und
Hackfleisch gefüllt) oder Teig (Sawiwanez).
Eibrot - in aufgeschlagenen Eiern ausgebackene Brotscheiben
Das
Wort Ukraine
bedeutet ins Deutsche übersetzt
"Grenzland", und das ist die Ukraine
auch heute noch: Ein Grenzstaat im südlichen Osteuropa, der jenseits eines
starken Wirtschaftsraumes liegt. Flächenmäßig ist die Ukraine - abgesehen von
Russland - der größte Staat Europas.
Große Teile des Landes sind von Flüssen durchzogen, der Fluss Dnepr oder Dnipro
ist der drittlängste Fluss Europas, nach 2.200 km mündet er ins Schwarze Meer.
Im westlichen Teil der Ukraine liegen die Waldkarpaten, hier befindet sich die
mit 2.061 Metern höchste Erhebung des Landes, der Howerla.
Im Norden gibt es noch Mischwald, in der Mitte und im Süden liegen die
Waldsteppen und die dürregefährdeten Steppenzonen, die weitgehend als Ackerland
genutzt werden.
Natürliche Vegetation gibt es in der Ukraine fast nur noch in einigen wenigen
Naturschutzgebieten, so dass lediglich noch ein Achtel der Landesfläche von Wald
bewachsen ist, vorwiegend in den Gebirgen und im Norden der Ukraine, in Polesien,
wo es Sümpfe und Seen gibt.
Das Schwarze Meer wurde schon von den Alten Griechen so genannt. Es wird durch
die Halbinsel Krim vom Asowschen Meer getrennt. Als Russland 1997 die
Unabhängigkeit der Ukraine anerkannte, gab es auch die Halbinsel Krim mit ihrem
Marinehafen Sewastopol an die Ukraine ab; dafür erhielt Russland den größten
Teil der Schwarzmeerflotte.
Seit der Unabhängigkeit der Ukraine wird der russische Anteil der Bevölkerung
immer geringer. Die gebliebenen Russen leben heute vorwiegend auf der Krim, im
stark industrialisierten östlichen Landesteil und in den zentralukrainischen
Städten. Das Bevölkerungswachstum in der Ukraine ist aber sogar in Bezug auf die
Gesamtbevölkerung seit 1990 rückläufig.
Das Land ist deutlich erkennbar in unterschiedliche Kulturräume gespalten: Der
Osten ist eng mit Russland verbunden, der Westen fühlt sich eher Mitteleuropa
zugehörig. Die Westukrainer werden auch "Bandery" (nach dem ukrainischen
Nationalisten Stepan Bandera), die Ostukrainer "Moskaly" (Moskautreu) genannt.
Im Westen des Landes wird auch vorwiegend ukrainisch gesprochen, ukrainisch ist
der Zahl der Sprecher nach die zweitgrößte slawische Sprache, man schreibt es in
kyrillischer Schrift. In den Schulen wird mittlerweile ukrainisch als
Muttersprache und russisch als Fremdsprache gelehrt, lange Zeit war dies
umgekehrt. In der Ukraine besteht eine siebenjährige Schulpflicht, vom sechsten
bis zum siebzehnten Lebensjahr. Hinsichtlich des Klimas ist die Ukraine sehr
vielfältig: Das Festland liegt in der warmgemäßigten Klimazone, die Krim ist
eher feucht und subtropisch. Die Kontinentalität steigt von Nordwesten nach
Südosten an.
Die Ukraine ist zwar nach Russland der zweitwichtigste Staat innerhalb der
GUS-Staaten, jedoch mangelt es hier noch immer an Reformbereitschaft. Die
Umstellung hin zur Marktwirtschaft bereitet nach wie vor Probleme, außerdem
kommen noch immer etwa 50% des Bruttonationaleinkommens aus der
Schattenwirtschaft oder gar der Wirtschaftskriminalität. Noch immer ist die
Landwirtschaft neben der Schwerindustrie besonders wichtig für die Ukraine.
Außerdem leidet das Land an Energieknappheit und kann aus eigener Kraft nur etwa
ein Fünftel des Eigenbedarfs decken.
In aller Munde war die Ukraine 1986 durch den bislang folgenschwersten
Reaktorunfall aller Zeiten: Im Kernkraftwerk von Tschernobyl nördlich von Kiew
ereignete sich die Katastrophe, durch die radioaktive Strahlung sind bis heute
Teile der Ukraine, Weißrusslands und Russlands verseucht. In der Ukraine starben
125.000 Menschen an den Folgen des Unfalls, 3,5 Millionen sind Opfer der Folgen
des Unfalls.
Ein weiteres Ereignis, das die Ukraine lange in den Schlagzeilen der Weltpresse
hielt, war die so genannte "Orangene Revolution" von 2004. Bei den
Präsidentschaftswahlen waren Wiktor Janukowytsch und Wiktor Juschtschenko
gegeneinander angetreten. Janukowytsch konnte die Stichwahlen zunächst für sich
entscheiden, es gab jedoch zu viele Indizien für einen Wahlbetrug. Über Wochen
gab es friedliche Massenproteste der Bevölkerung und die Wahlen wurden
schließlich wiederholt, knapp errang Juschtschenko diesmal den Sieg. Er war
während des Wahlkampfes an einer Dioxinvergiftung erkrankt, die starke Spuren in
seiner Gesichtshaut hinterließ. Seit 2005 ist Juschtschenko Präsident der
Ukraine.
Die Fußballnationalmannschaft der Ukraine nahm an der
FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland teil - und das obwohl sie zu
den allerjüngsten bei diesem Großereignis gehörte.
Zwar war der Fußball in der Region schon immer die beliebteste Sportart, jedoch
entstand die heutige ukrainische Nationalmannschaft erst, nachdem die UdSSR
zerfallen war. Ukrainische Spieler waren schon zu früheren Zeiten sehr stark,
viele wechselten aber ihre Staatsbürgerschaft, weil sie sich in Russland bessere
Karrierechancen erhofften. So musste die Ukraine eine lange Durststrecke
überstehen, während der es an Spitzenspielern mangelte. Durch neue Talente wie
Andrij Schewtschenko und den Trainer Waleri Lobanowski wurde die Mannschaft
immer stärker. Nachdem die Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 misslang,
konnte sich die Mannschaft für die Weltmeisterschaft 2006 qualifizieren.
Eine Besonderheit bietet die Krim, die erst durch einen sowjetischen
Verwaltungsakt von 1954 Teil der Ukraine wurde. Sewastopol der Hafen auf der
Krim ist der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte und eine russische
Minderheit beginnt mit Unabhängigkeitsbestrebeungen von der Ukraine.
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