Hamburg hat insgesamt rund 1,8 Millionen
Einwohner und erstreckt sich über 755 qkm. Der
Winter ist mild, die
Sommer durch Seewind mäßig. Insgesamt ist das Straßennetzes 4.417 km lang, es
gibt 7.805 benannte Straßen und Plätze sowie 2.490 Brücken (mehr als in
Venedig!).
Die Spitze des
"Fernsehturms" (276 m) ist der höchste "Punkt" der Stadt, während das
Wahrzeichen der Hansestadt, der "Michel" (St.
Michaelis an der Ost-West-Straße/Altstadt)
"nur" 132 m misst. Der "neue" Elbtunnel (1975
eröffnet und in 2002 erweitert) ist 3.225 m
lang, der alte (St. Pauli Landungsbrücken/Hafen) kann zu Fuß durchgegangen, oder
per Fahrrad oder Auto befahren werden.
Hamburg ist das
Hoch im Norden, das Tor zur Welt. Es ist eine vielgeliebte und viel bedichtete
Stadt. Wolfgang Borchert schrieb über seine Heimatstadt: Hamburg! Das ist mehr
als ein Haufen Steine, Dächer, Fenster, Tapeten, Betten, Straßen, Brücken und
Laternen. Das ist mehr als Fabrikschornsteine und Autogehupe mehr als Mövengelächter, Straßenbahngeschrei
und das Donnern der Eisenbahn - das ist mehr als Schiffssirenen, kreischende
Kräne, Flüche und Tanzmusik oh, das ist unendlich viel mehr!
Unter Heinrich
Heines zumeist spöttischen Äußerungen über die Stadt an Alster und Elbe, findet
sich auch Folgendes, was er schrieb, als er Hamburg verlassen musste: Hätt' ich
dich doch nie gesehen, schöne Herzenskönigin! Nimmer wär'
es dann geschehen, dass ich jetzt so elend bin. Er ist wiedergekommen und die
meisten der Besucher tun es auch. Hamburg hat einen ganz besonderen Reiz: Es
spiegelt nicht nur weltstädtische Größe und Flair wider, sondern auch eine
lebenswerte Gemütlichkeit und Eleganz, es ist idyllisch, mondän und schmuddelig,
hektisch und gemütlich aber nie langweilig.
Der Hafen ist
Hamburgs Herz, ihr Tor zur Welt und mit Sicherheit die Hauptattraktion der
Stadt. Er gehört zu den größten Seehäfen der Welt und macht mit 75
Quadratkilometern alleine ein Zehntel des Hamburger Stadtgebietes aus. Besondere
Blickfänge im Hafen sind die Köhlbrandtbrücke, die Landungsbrücken, der Alte Elbtunnel und die Speicherstadt,
in deren Lagerräumen Waren im Wert von vielen Zig-Millionen Mark liegen. Auf der Kehrwiederspitze wird seit den 1990ern die so genannte Hafencity, ein modernes
Wohn- und Geschäftsgebiet, gebaut. In der Hansestadt sind ca. 400
Handelsschiffe zuhause. Hinzu kommen ca. 1.300 Fluss- und Hafenfahrzeuge.
Freizeitangebote gibt es unzählige, wo man
HAGENBECKS
TIERPARK
unbedingt besuchen soll. In dem
denkmalgeschützten Tierpark erwarten den Besucher über 200 verschiedene
Tierarten. Außerdem gibt es ein Tropen-Aquarium auf vier Ebenen und verschiedene
Gastronomie- und Eventbereiche.
Schlemmen in Hamburg
Gut Essen ist in Hamburg ein Muss. Den
HAMBURGER
FISCHMARKTam Sonntag muß man gesehen und genossen haben. Jeden Sonntag zieht der
traditionsreiche Hamburger Fischmarkt zahlreiche Besucher aus dem In- und
Ausland in seinen Bann. Frei nach dem Motto: Dat giwt nix wat op'n Fischmarkt
nich to kriegen ist!
Die
HAMBURGER LANDUNGSBRÜCKEN 9 - PANTRY
darf man sich ebenfalls nicht
entgehen lassen.
Vom frischen Fisch im
Hafenrestaurant über typische Alt-Hamburger Küche mit Labskaus und roter Grütze
bis zu allerlei fremdländischen Spezialitäten: In Sachen Schlemmerei sind
Hamburgs Küchen ganz vorne mit dabei und wurden mit mancher Auszeichnung geehrt.
Ein
Hamburger ist ein Brötchen mit verschiedenen Belägen, das meistens als warmes
Schnell- oder Fertiggericht verkauft wird. Hamburger werden hauptsächlich mit
dem sog. patty, einer gegrillten Scheibe aus Rinderhackfleisch (einer Art
Hacksteak), belegt und bilden den Standardartikel vieler Fast-Food-Ketten.
Mehr als 6.000
Gastgewerbeeinrichtungen (darunter über 300 Hotels und Pensionen) versorgen die
Gäste. Es gibt aber mehr meer... Riesige
Ozeandampfer, eine steife Brise an der Elbe, kleine Segelboote auf der Alster
und viel Grün zum Entspannen und Auftanken. Außergewöhnliche Einkaufspassagen,
erlesene Gastronomie-Tempel, eine abwechslungsreiche Hotellandschaft,
aufregendes Nightlife, unzählige Cafés, Kneipen, Bars und eine spannende
Kulturszene:
Reeperbahn~Die
berühmteste Straße Hamburgs im Vergnügungs- und Rotlichtviertel des Stadtteils
St. Pauli. Neben Rotlichtbetrieben finden sich hier viele Kleinkunsttheater,
Restaurants, Musikclubs und Discos.
Hamburg, eine der
schönsten Wohlfühlstädte Deutschlands, heißt Sie willkommen
In
der Hansestadt leben Menschen aus 181 Nationen.
Wo gehen sie hin, wenn es Körper und Geist nach Entspannung verlangt?
Ein Rundgang zu Hamburgs internationalen Wellnessangeboten Wenn es
sich Hamburgs Finnen gut gehen lassen wollen, gehen sie in die Kirche.
Die finnische Seemannskirche am Fuße des Michels verfügt nicht nur
über gottesdienstliche Räume, sondern auch über getrennte Saunen für
Männer und Frauen. "Die beste finnische Sauna in Hamburg ist bestimmt
die Sauna der finnischen Seemannskirche", sagt Finnlands
Generalkonsulin Erja Tikka.
.In der Hansestadt leben Menschen aus 181 Nationen. Wo gehen sie hin,
wenn es Körper und Geist nach Entspannung verlangt?
Ein Rundgang zu Hamburgs
internationalen Wellnessangeboten
Wenn es sich Hamburgs Finnen gut gehen lassen wollen, gehen sie in die
Kirche. Die finnische Seemannskirche am Fuße des Michels verfügt nicht
nur über gottesdienstliche Räume, sondern auch über getrennte Saunen
für Männer und Frauen. "Die beste finnische Sauna in Hamburg ist
bestimmt die Sauna der finnischen Seemannskirche", sagt Finnlands
Generalkonsulin Erja Tikka.
Dort treffen sich viele der in Hamburg lebenden 1000 Auslandsfinnen.
"Unsere Sauna bietet Raum für Entspannung, aber auch für Gespräche.
Sie gilt für viele Finnen als Zufluchtsort in der Fremde", sagt Ritva
Lehmann von der Seemannskirche.
In einer multikulturellen Stadt wie Hamburg mit insgesamt 181
Staatsangehörigkeiten haben sich längst spezielle Wellness- und
Gesundheitsangebote für die Angehörigen verschiedener Nationen
etabliert. Die Finnen bevorzugen die Sauna in Michel-Nähe, die Türken
die neuen Hamam-Oasen und die Thais lassen sich gern mit einer
traditionellen Thai-Massage verwöhnen. Vorausgesetzt: Sie können die
relativ hohen Behandlungskosten bezahlen.
Eine viel gefragte Expertin auf diesem Gebiet ist Lalitda Choomchoui.
Sie ist Inhaberin und Thai-Masseurin in einem Domizil am ABC-Forum in
der Innenstadt. Es trägt den exotischen Namen "Thai Tempel Massage"
und ist in den Innenräumen komplett wie ein thailändisches Haus mit
viel Teakholz ausgestattet. Frau Choomchoui stammt aus Bangkok und
stählt sich regelmäßig im Fitness-Studio, um ihre Klienten mit der
Kraft der Ellenbogen und vollem Körpereinsatz medizinisch zu
massieren. "Zu unseren Behandlungen kommen rund 50 Prozent Ausländer,
darunter sind sehr viele thailändische Geschäftsleute", sagt sie.
80 Euro kostet eine Stunde traditionelle Thai-Massage, bei der die
Masseurin daran arbeitet, bei ihren Kunden Verspannungen zu lösen,
neue Energien fließen zu lassen und passives Yoga anzuwenden. Davor
gibt es eine Schale Ingwertee. "Weil die Massage ihren Preis hat,
können sie sich aber nur die finanziell besser gestellten Thailänder
in Hamburg leisten", sagt die Expertin mit Ausbildung zur
thailändischen Heilpraktikerin.
Während die Asiaten Massagetechniker aus ihrer Heimat bevorzugen,
zieht es Hamburgs Türken ins Hamam. Das jüngste Bad dieser Art bietet
das türkische Unternehmerehepaar Selma und Coskun Costur im früheren
Hafenkrankenhaus an. Wo einst Patienten rund um die Uhr an Blinddärmen
und Gliedmaßen operiert wurden, thront nun unter einer riesigen Kuppel
im Erdgeschoss ein wohltemperierter Marmorblock, auf dem die Gäste bei
45 Grad Celsius Ruhe und Entspannung finden. "Zehn Prozent unserer
Gäste sind Türken, der Rest sind Deutsche", sagt Unternehmer Costur.
"Das entspricht ungefähr dem Verhältnis in der Gesamtbevölkerung."
Der vor zwei Jahren eröffnete, 700 Quadratmeter große Hamam ist
täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet, dienstags und mittwochs
ausschließlich für Frauen. Der Eintritt mit Behandlung nach
Voranmeldung kostet ab 30 Euro. Das türkische Unternehmerehepaar, das
bereits in der Feldstraße ein Hamam betreibt, hatte für den Umbau eine
Million Euro investiert. "Ein Besuch im Hamam macht hungrig", sagt
Coskun Costur - und deshalb verfügt das Hamam Hafen Hamburg für
Badegäste über gehobene türkische Gastronomie.
Hamam sei nicht nur ein orientalisches Bad, um den Körper zu reinigen.
"Ein Hamambesuch ist ein wahres Fest für Körper und Seele. Hier wird
der Alltag in angenehmer Wärme unter gedämpftem Licht, mit viel
Seifenschaum und Wasser einfach weggespült", sagen die Betreiber. Den
Türken gefällt es - und den Deutschen offenbar auch.
Neben den rund 55 000 Türken in Hamburg bilden die 20 700 Polen die
zweitgrößte Gruppe der Ausländer in der Stadt. Wer er sich leisten
kann, nutzt die Wellness-Angebote von Bäderland und ausgewählter
Spa-Clubs. Vor allem junge Männer haben im Meridian-Spa die
Kombination von Fitness und Sauna gebucht.
Etwas reserviert reagieren dagegen Chinesen, Inder und Afrikaner auf
die regionalen Wellness-Angebote. Im Ernstfall greifen die Chinesen
auf die wachsenden Angebote der Traditionellen Chinesischen Medizin in
der Hansestadt zurück, wie sie etwa Qi-Gong-Meistermasseur Ma jun in
der Weidestraße anbietet. Ansonsten praktizieren sie auf eigene Faust
die jahrtausendealten Entspannungstechniken.
Auch die Afrikaner halten von öffentlichen Wellness-Angeboten Abstand.
"Wir massieren uns lieber gegenseitig selbst", sagt die Künstlerin und
Tänzerin Angelina Akpovo. "Diese Massagen werden rhythmisch
vorgenommen und sind ziemlich wild. Und wenn wir es uns richtig gut
gehen lassen wollen, feiern und tanzen wir. Am besten an einem See."
So funktioniert eben Wellness auf afrikanisch.
Für die Inder gibt es nach Angaben von Johannes Freudewald, dem
Sprecher der für Ende Oktober geplanten Indischen Woche in Hamburg,
ebenfalls keine spezifischen Wellness-Orte. "Infrage kämen sicherlich
Angebote zu Hatha Yoga und Ayurveda. Doch die meisten Inder meiden die
deutschen Praxen", sagt der Experte. Yoga sei ohnehin eine sehr
persönliche Sache. "Und wer wirklich an Ayurveda interessiert ist,
leistet sich einen Flug in die Heimat nach Kerela, um dort eine Kur
wahrzunehmen", sagt Freudewald.
Es sei denn, die Inder brauchen für ihr privates Wohlbefinden
originale Produkte aus ihrer Heimat. Dann besuchen sie zum Beispiel
die Ayurveda-Praxis von Friedhelm Röhm im Iserbrooker Weg 56. "Wer zu
mir kommt, will vor allem ein Aphrodisiakum."
Das
sind Hamburgs beste Wellness-Oasen
Von Maria Baufeld 19. Juni 2009, 04:00 Uhr .
Das
"Deutsche Institut für Service-Qualität" hat die Hamburger Angebote
genau überprüft
Meridian Spa siegt
Wenn der Sommer wieder ein Wochenende lang streikt und sein
ausschließlich nordischstes Gesicht zeigt, dann hilft manchmal eben
nicht nur gute Kleidung. Wärme, Wohlfühl-Licht und nicht zuletzt eine
Gelegenheit zum Tragen des neuesten Bikini-Schnäppchens müssen auch
mal sein. Deshalb flüchten immer mehr Hamburger auch in den
Sommermonaten in Schwimmbäder und Saunen - oder sie machen neudeutsch
Wellness im Spa.
Entspannung stellt sich dabei aber nicht immer automatisch ein. Das
weiß jeder, der sich einmal auf gut Glück in das nächstgelegene
Bäderland begeben hat und die Dichte seiner Mit-Relaxer sowie die
damit einhergehende Geräuschkulisse nur mit einem iPod in voller
Lautstärke und desinfizierenden Fußbädern nach Rückkehr überstehen
konnte.
In Deutschland entstehen immer mehr teure Residenzen für Senioren. Die
Nachfrage ist groß, obwohl ein Platz dort mehrere Tausend Euro pro
Monat kostet: Luxuriöse Wellness-Tempel für die letzten Lebensjahre
"Nicht die Oasen, sondern die Wüste drum herum" Umso besser, dass sich
das "Deutsche Institut für Service-Qualität" der Frage nach den
schönsten Wellnessoasen angenommen hat.
Für die neue und gänzlich unschmuddelige Ausgabe des Kiez-Kult-Blattes
"St. Pauli Nachrichten" testeten die Marktforscher die Spa-Bereiche
der Fitnessstudios "Kaifu Lodge", "Meridian Spa", "Elixia", "Holmes
Place" und "Aspria". Alle Filialen wurden auf ihr Angebot, ihre
Ausstattung und die Servicequalität abgeklopft. Außerdem verglichen
die Tester Anwendungen wie Massagen und Schönheits-Pakete, prüften die
Kundenfreundlichkeit der Öffnungszeiten und hatten nicht zuletzt ein
Auge auf potenziell haarige Fliesen, vergilbte Handtücher und
durchgeschwitzte Sauna-Sitzbänke.
Bewertet wurden die Ergebnisse aus insgesamt 20 Besuchen, also vier
pro Unternehmen.
Das überzeugendste Gesamtpaket lieferte laut dem "Deutschen Institut
für Service-Qualität" die Filialen des Meridian Spa ab. Mit sieben
Saunen und Sanarien sei besonders der Eppendorfer Ableger des
Testsiegers zu empfehlen. Das Unternehmen überzeugte durch gepflegte
Whirlpools, überhaupt bestechende Sauberkeit, das einzige
Poolrestaurant eines Studios überhaupt in Hamburg und die
freundlichsten Mitarbeiter.
Die "Kaifu Lodge", die einen souveränen zweiten Platz einnimmt,
besteche besonders durch ein immerhin 50-Meter langes Schwimmbecken
und die längsten Öffnungszeiten.
Außerdem biete es seinen Gästen die interessantesten
Abkühlungsmöglichkeiten: etwas einen Eisraum, in dem man sich fühlen
kann wie bei einem Kurzurlaub in der Antarktis und einer aufwendigen
Kneipp-Zone. Den dritten Platz belegte das "Aspria". Hier punktete das
besonders breites Angebot von Massagen sowie eine umfangreiche
Kinderbetreuung. Die größten Defizite trafen auf alle getesteten Spas
zu: Ruhezonen neigen dazu weniger ruhig und Parkplätze immer voll zu
sein.
Ein
Sprungturm allein genügt nicht mehr
Hamburger gehen gern ins Schwimmbad. Vier Millionen sind es Jahr für
Jahr. Noch. Das Altern der Gesellschaft und verändertes
Freizeitverhalten haben vor allem die einfachen Freibäder in die Krise
gebracht. Trendforscher raten zum Erlebnisbad
Ihre Anzahl ist eine Konstante: Jahr für Jahr besuchen
durchschnittlich etwa viereinhalb Millionen Menschen eines der 27
öffentlichen Hamburger Schwimmbäder. Sie stecken einen Euro in die
schmalen Garderobenschränke und ziehen anschließend ihre Bahnen durch
das gechlorte Wasser. "In Jahren mit einem guten Sommer steigen die
Zahlen mal auf fünf Millionen an, in Jahren, in denen einige Bäder
wegen Bauarbeiten gesperrt sind, fallen sie wieder", sagt Klauspeter
Schelm, Geschäftsführer des Unternehmens Bäderland, das seit 1995 alle
öffentlichen Badeanstalten Hamburgs unter sich vereint.
Vergleicht man heutiges Badeverhalten allerdings mit dem der 70er-und
80er-Jahre, lässt sich eine deutliche Veränderung feststellen: Während
das Schwimmbad vor dreißig Jahren noch als zentrale
Freizeitbeschäftigung galt, verliert es vor allem in Großstädten immer
mehr an Bedeutung. "Zum einen gibt es viel mehr Möglichkeiten, seine
Freizeit zu gestalten. Darüber hinaus kann man für den Eintrittspreis
im Schwimmbad auch ins Kino gehen", sagt Ulrich Reinhardt,
Geschäftsführer BAT Stiftung für Zukunftsfragen. Auch die Alterung der
Gesellschaft spielt nach Einschätzung der Experten eine Rolle.
BAT-Umfragen ergaben, dass 70 Prozent der über 80-Jährigen nie
schwimmen gehen und nur fünf Prozent der 14- bis 24-Jährigen.
"Schwimmbäder sollten versuchen, wieder für Familien attraktiver zu
werden", rät Reinhardt. "Nicht das aktive Schwimmen sollte im
Vordergrund stehen, sondern das Badeerlebnis. Daher genügt eine
Rutsche pro Schwimmbad nicht mehr." Vielmehr müsse es Schaukeln oder
Tauchparcours geben.
Dass ein einfaches Freibad mit grüner Liegewiese bei vielen Kunden als
nicht mehr zeitgemäß gilt, hat auch der Bäderland-Chef erkannt. Sein
Lösungsansatz: "Es kommt darauf an, wie man seine Produkte verkauft
und an wen", sagt er. Deshalb wurden die Badeanstalten in vier
Geschäftsfelder unterteilt. Acht funktionale Schwimmhallen stehen für
das reine Schwimmvergnügen zur Ver-fügung. Für sportlich ambitionierte
Schwimmer gibt es drei Hallen in Ohlsdorf, Blankenese und die
Alster-Schwimmhalle, die Sportbecken, Krafträume und Wasserfitness
anbieten. Wellness mit Thermen und Sauna haben Kaifu-, Bartholomäus-
und Holthusenbad, und zum Freizeitbereich gehören alle Erlebnis- und
Freibäder.
Die Aufteilung nach Zielgruppen ist Teil des Unternehmenskonzepts von
Bäderland, das seit der Gründung 1995 schon über 120 Millionen Euro in
die Neugestaltung der Schwimmhallen investiert hat. So konnte das
Unternehmen die jährlichen Defizite von 23 Millionen bis unter 16
Millionen senken - ohne Bäder ersatzlos schließen zu müssen.
Neben Umbauten an bestehenden Hallen, hat Bäderland auch drei neue
Schwimmbäder gebaut: 1996 das "Mitsommer" in Harburg, 2005 das "Billedorf"
in Billstedt, noch im Bau ist das "Festland", das an Stelle des
Bismarckbades in Altona Ende dieses Jahres eröffnen soll. Doch solche
Neugestaltungen der öffentlichen Schwimmbäder bergen auch Probleme.
"Wenn man ein Bad abreißen will, um ein neues Projekt entstehen zu
lassen, gibt es von Seiten der Anwohner ein riesiges Theater", sagt
Schelm.
Dabei führen Umbauten fast immer zu verbesserten Bedingungen. So zum
Beispiel in Bergedorf oder Dulsberg, wo reine Freibäder abgerissen
wurden, weil aus den Einnahmen nur noch 30 Prozent der eigenen Kosten
gedeckt werden konnten. "An ihrer Stelle gibt es in Dulsberg jetzt
eine Beach- und Volleyballszenerie", sagt Schelm. Auch in Ohlsdorf sei
ein ähnliches Projekt geplant. Das herkömmliche Freibad soll hier
einer modernen Schwimmhalle weichen. "Wir planen die Becken zu
verkleinern und Teile des Grundstückes als Wohnungsflächen zu
verkaufen. Mit den Geldern können wir dann den Umbau für das neue Bad
finanzieren."
Sportstudios
für islamische Frauen sind eine Marktlücke
Laut Arbeitgeberverband der Fitness- und Gesundheitsanlagen DSSV gibt
es bundesweit nur noch in Hamburg ein weiteres Angebot speziell nur
für Musliminnen. In Ballungsgebieten sehe er durchaus eine Marktlücke,
sagt DSSV-Hauptgeschäftsführer Refit Kamberovic. Emine Aydemir glaubt,
dass einige Nachahmer in den Startlöchern stehen: „Es rufen viele
Interessenten bei mir an und fragen ganz genau nach.“ Zum Rezept
gehöre: „Kein Körperkult, sondern Spaß, Gesundheit und Austausch.“ Am
Vormittag und ab dem späteren Nachmittag ist es rappelvoll in dem
Kölner Trainingsraum.
„Ich war schon in einem anderen Frauen-Studio, aber da war ich die
einzige mit Kopftuch und wurde immer komisch angeguckt“, berichtet die
sportliche 27-jährige Hatice Aydin, die täglich kommt. „Ich musste
mich immer auf der Toilette umziehen. Viele kennen unsere Regeln nicht
und haben mich dann andauernd angestarrt.“ Der Islam verbiete den
Frauen, sich von der Brust bis zum Knie nackt zu zeigen, erklärt
Besitzerin Aydemir. Im „Hayat“ gibt es daher im Umkleide- und
Duschtrakt nur Einzelkabinen. Wer in die Sauna geht, schlägt sich ein
Handtuch um.
Sie habe sich als Sportbegeisterte oft gefragt: „Warum gibt es kein
Studio nur für Frauen nach islamischen Regeln?“, fragt Aydemir. Das „Hayat“
stehe aber nicht nur Musliminnen offen. „Wir haben hier ein
Miteinander der Kulturen und der Sitten, wir sind aufgeschlossen“,
betont die 39-Jährige. Während die Mütter schwitzen, werden ihre
Kinder in einem kleinen Spielraum betreut. Ehemänner sind dagegen
selbst als Abholer tabu.
„Männliche Besucher haben keinen Zutritt ins Damenstudio“ steht
unmissverständlich an der Eingangstür. Auch Techniker oder Postboten
sind unerwünscht. Für die 29-jährige Gülay, die sich an einem
Bauchtrainingsgerät abmüht, ist das der Hauptgrund ihres Kommens: „Ein
Studio mit Männern kommt für mich nicht infrage. Wenn es hier Männer
gäbe, würde mich das sehr stören, dann hätte ich keine Ruhe.“