 |
|
F+ B
Farbstoffe
Farce
Farce/farcieren
Faux
Fegato dolce
Fein
Felchen
Fenchelgrün
Fette in der Küche
Feuertoast
Feuerzangenbowle
Feurig
Feurige Suppe für eine Saunarunde
Fiakergulasch mit Semmelknödeln
Filet
Filetieren/Filieren
Filetgulasch
Filet Mignon
Filet Steak
Filet Stroganoff
Filet Wellington
Fines Herbes
Finesse
Fingerbowle
Finnisches Renntierragout mit Roten Rüben -
Kartoffelgratin
Fior di latte
Firnig
Fisch
Fischfond
Fischmarkt
Fischpfanne
Fischsud
Fischsuppe mit Heilbutt für "Schmalgepickte"
Fischsuppe mit Obers
Flach
Flädle
Flamande
Flambieren
Flammekueche - Flammkuchen
Flammerl
Flan
Fleisch
Fleischextrakt
Fleurons
Flinzerl
Florentiner Art
Flunder
Flussbarsch
Flusskrebse
F+B
Abkürzung für Food and Beverage, Bezeichnung für den Verkaufs- und Bankettleiter
FARBSTOFFE
Bestimmten Lebensmitteln (nicht aber Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Milch,
Brot, frisches Obst usw.) dürfen sogenannte »Lebensmittelfarben« zugesetzt
werden. Dies sind natürliche Farbstoffe wie Zuckercouleur, Lactoflavin,
vitaminhaltiges Karotin usw.
FARCE
Feingehacktes oder allenfalls auch püriertes Fleisch als Füllung
für Fleisch, Fisch, Geflügel, Pasteten, Gemüse und Gebäck (siehe
auch 'Gehacktes').~Füllung, die gern bei kleinen Geflügelarten verwendet wird. Sie wird in den
Hohlraum und unter die abgelöste Hals-Brust-Haut gefüllt. Die Füllung dehnt sich
meist beim Garen aus, deshalb sollte nie zu prall gestopft werden. Bei größerem
Geflügel ist es wirtschaftlicher, die Farce in einer Form gesondert zu garen,
dann läßt sich das Fleisch auch besser tranchieren. Beim Anrichten setzt man ein
Stück der Farce auf die Platte und legt das geschnittene Geflügel darauf. Auch
für Fisch und Wild gibt es Farcen. Gemüse, Kräuter, Spickspeck oder Innereien
stellen meist den Hauptanteil der Farce dar. Füllung, eine klein gehackte
Mischung aus Fleisch oder Fisch mit anderen Zutaten.
Farce/farcieren
Füllung/Füllen von Fleisch, Geflügel oder Gemüsen etc.
FAUX
Übersetzt aus dem Französischen heißt es »falsch«; so gibt es das faux filet,
das falsche Filet, was nichts anderes ist als Lende.
FEGATO
DOLCE
Wurst aus Schweineleber und Herz mit Honig, oft mit Pistazien und Orangeat
gewürzt.
FEIN
Umfassender Ausdruck für eine gehobene Qualität.
FELCHEN
Forellenähnlicher Lachsfisch, fettarm, bis zu 3 kg schwer und 75 cm lang,
Süßwasserfisch
FENCHELGRÜN
Franzosen und Italiener rühren das stark nach Lakritz duftende Grün kultivierter
Fenchel- knollen in die Teige für Brot und Kuchen. Die zarten Triebe des wilden
Fenchels hingegen enthalten nur mildes Lakritzaroma und werden vor allem in
Sizilien zum Würzen von Sardinen und Sardellen verwendet.
FETTE IN DER KÜCHE
Entsprechend den unterschiedlichen Garmethoden braucht man in der Küche
verschiedene Fettarten. Butter und Margarine enthalten Wasser, dazu Milcheiweiß
und Salz. Sie schäumen, spritzen und verbrennen schnell. Man kann sie deshalb
nur fürs Braten bei milder Hitze, fürs Dünsten und zum Verfeinern von Saucen
benützen. Butterschmalz ist reines Butterfett, ohne Wasser und Zusatzstoffe. Es
verbrennt nicht und ist hoch erhitzbar. Man kann es gut für Kurzgebratenes
verwenden. Pflanzenfette oder Kokos- oder Erdnußfett sind geschmacklos, hoch
erhitzbar und gut zum Schmoren, aber auch zum schnellen Anbraten von (siehe)
Steaks. Auch Öl ist hoch erhitzbar und zum Braten, Grillen, Backen und Fritieren
gut geeignet. Es sollte aber geschmacksneutral sein wie zum Beispiel (siehe)
Sonnenblumenöl. Öle mit starkem Eigengeschmack (wie Olivenöl) sind zum Braten
weniger geeignet. Auch Schweine- und Gänzeschmalz haben einen typischen
Eigengeschmack.
FEUERTOAST
2 Schweinelendchen od. 4 dünne Schw.-Filets braten. Toast
buttern, fertiges Fleisch darauf legen, je nach Geschmack mit kalter od. im
Wasserbad erwärmter Mit Hot Ketchup oder einen feurigen Sosse bedecken,
bunter Salat dazu - geht schnell und schmeckt immer.
FEUERZANGENBOWLE
Zutaten ( für 14 Portionen): 2 Orangen, 1 Zitrone, 1,25 l Rotwein, 1 Zimtstange,
6 Gewürznelken, 1 Zuckerhut, 350 ml brauner Rum > Säfte, Rotwein und Gewürze
zusammen in einem großen Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. Dann in einen
Feuerzangebowletopf umgiessen. Den Zuckerhut auf den Halter legen und diesen
über das Bowlegefäss hängen. Den Zuckerhut mit etwas Rum tränken und anzünden.
Mit einer Schöpfkelle nach und nach weiteren Rum über den Zuckerhut gießen, bis
dieser vollständig geschmolzen ist. Den Punsch umrühren. Etwas Wunderbares für
kalte Wintertage!
FEURIG
Meist auf Rotweine bezogener Begriff für einen kräftig schmeckenden Wein mit
höherem Alkoholgehalt.
FEURIGE
SUPPE FÜR EINE SAUNARUNDE
Zutaten: 50 g Fett, 1 kg Rinderhack (Faschiertes), Salz,
Pfeffer, Paprika, 300 g Zwiebeln, 1 Dose Tomaten (800 g), 2 Dosen rote Bohnen
(500 g), 1 Dose Mais ( 285 g), 1 Glas Tomatenpaprika (150 g) 400 ml
Curryketchup, 2 - El Tomatenmark, 1 1/2 Instant-Brühe Zubereitung: Fett erhitzen
und das Rinderhack (Faschierte) darin unter Rühren braun anbraten. Mit Salz,
Pfeffer und Paprika würzen. Zwiebeln zugeben und mitdünsten. Die Tomaten
zerkleinern, mitdünsten und den Saft hinzugeben. Bohnen, Mais und Tomatenpaprika
ohne Flüssigkeit hinzugeben. Curry oder Hot Ketchup, Tomatenmark und
Instant-Brühe abschließend hinzugeben. Bei mittlerer Hitze zugedeckt etwas sämig
einkochen lassen. Dazu ein guter Roter oder ein anständiges Bier und die ganze
Welt, kann uns am A.... runterrutschen.
FIAKERGULASCH
MIT SEMMELKNÖDELN
1 1/4 kg Zwiebeln, Öl, 1 kg Wadschinken, 1 l Wasser und 2
Rindsuppenwürfel (oder fertige Rindssuppe), 4 TL edelsüßes Paprikapulver, 3
Knoblauchzehen (gepresst), 3 TL Majoran, 1 EL Essig, Salz, Pfeffer Für die
Semmelknödeln: 380 g Semmelwürfel, 1 Zwiebel (fein gehackt), 2 Eier, etwa 1 l
Milch, 1 Bund gehackte Petersilie, 1 Msp. Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer
Außerdem: 4 Eier, Öl, 4 Essiggurkerln, Majoran Zubereitung: Fleisch
würfelig schneiden. Zwiebeln fein hacken und in Öl anrösten. Fleisch zu den
Zwiebeln geben und rundum scharf anbraten. Mit Wasser (oder Suppe) aufgießen und
die Suppenwürfel dazugeben. Paprika, Essig, Majoran und Knoblauch einrühren, mit
Salz und Pfeffer abschmecken. Aufkochen, danach die Hitze reduzieren und 1 bis 1
1/2 Stunden (bis das Fleisch weich ist) köcheln lassen. Semmelwürfel, Milch,
Zwiebel, Eier, Petersilie, Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer gut verrühren, etwa
20 Minuten ziehen lassen. Knödel mit einem Durchmesser von etwa 5 cm formen und
in ein geschlossenes Mikrowellengeschirr geben. Bei voller Leistung für 7 - 8
Minuten in den Mikrowellenherd geben. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, darin 4
Spiegeleier braten. Die Essiggurkerln in Fächerform aufschneiden. Fiakergulasch
mit Semmelknödel auf Tellern anrichten, auf dem Gulasch das Spiegelei
platzieren. Mit Essiggurkerl und Majoran dekorativ anrichten. Georg's einfache
Saunagerichte für Dampfplauderer und Schwitzer
FILET
Es ist das zarteste Fleisch, das Rind, Schwein, Kalb und Lamm bieten können. Im
Rücken gelegen, wird es meist gebraten, aber auch gebacken, in Blätterteig
eingeschlagen oder geschnetzelt. Fischfilet ist Fisch, der ohne Kopf und Schwanz
und ohne Haut und Gräten auf den Tisch kommt: filetiert. Zartester und bester
Teil eines Schlachttieres; liegt im » Nierstück innerhalb des Skeletts.
FILETIEREN/FILIEREN
Fisch zerlegen und von den Gräten etc. befreien.
- Bei Fleisch, Fisch oder Geflügel die Knochen bzw. Gräten auslösen
und das Fleisch in längliche Scheiben schneiden.
- Bei Orangen und Grapefruits Schale bis zum Fruchtfleisch entfernen
und mit einem Messer die einzelnen Schnitze auseinandernehmen.
FILETGULASCH
Gulasch aus Rindsfiletwürfeln. Filetgulasch mit Paprika > Portionen: 4;
600 g Schweinefilet 3 Knoblauchzehen, 80 g getrocknete Tomaten, 3 EL Sojasoße, 2
EL Worchestershire-Soße, 3 Zweige Majoran, 600 g grüne Spitzpaprikaschoten oder
andere grüne Paprikaschoten, 600 g Kartoffeln, 2 TL Olivenöl, 100 ml Marsala-
oder Vin-Santo-Wein (ersatzweise Tomatensaft), 500 ml Geflügelfond, 2 EL
Tomatenmark, 150 g saure Sahne, 1-2 TL Speisestärke, 1 EL grüner
gefriergetrockneter Pfeffer Schweinefilet in große Würfel schneiden. Knoblauch
abziehen und zerdrücken. Tomaten in kleine Stücke schneiden. Fleischwürfel,
Tomaten, Sojasoße, Worchestershire-Soße und Knoblauch vermischen.
Majoranblättchen abstreifen. Paprikaschoten putzen und längs halbieren.
Kartoffeln schälen und auf dem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden. Paprika
und Kartoffeln in einem großen Schmortopf in einem Teelöffel Öl 5 Minuten
andünsten. Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Restliches Öl
und Fleisch hineingeben und das Fleisch nur ganz kurz unter Rühren anbraten.
Marsala zugießen. Fleisch und Marsala, Fond und Majoran zum Gemüse geben und
alles 10 Minuten zugedeckt garen. Tomatenmark, saure Sahne und Speisestärke
verrühren und vorsichtig unter das Gulasch rühren. Pfeffer im Mörser grob
zerkleinern und darüber streuen. Sojasoße verbrennt bei großer Hitze leicht.
Deshalb mit Sojasoße mariniertes Fleisch immer in einer beschichteten Pfanne
anbraten
FILET
MIGNON
Auch
Lendchen. Kleine Scheibe aus der Filetspitze. Ideal zum Kurzbraten oder
auch Grillen. Filet mignon, Mignon
Ein Filet mignon ist ein kleines, etwa 60 bis 80 Gramm schweres Steak (bzw.
Medaillon) aus dem schmalen Teil des Rinderfilets. Mignons werden kurz gebraten.
FILET
STEAK
mind. 300 g Rinderfilet mit Folienkartoffel Speckbohnen Pfirsiche mit
Preiselbeeren Beilagen: grüner Pfeffer, Champignon u. Grillzwiebel
FILET
STROGANOFF
Filetgulasch à la minute nach Art des Fürsten Stroganoff.
FILET
WELLINGTON
Mit einer Farce umhülltes und in Blätterteig gebackenes Rindsfilet.
filtrieren
~ Klären von Flüssigkeit durch Filtration
FINES
HERBES
Feine Kräutermischung. Zu den feinen Kräutern zählen praktisch alle
Küchenkräuter, die frisch verwendet werden. (franz.: feine Kräuter) Klassische Gewürzmischung aus Frankreich, die zu
gleichen Teilen aus Petersilie, Kerbel, Estragon und Schnittlauch besteht.
Zum Teil werden auch Basilikum, Bohnenkraut oder Salbei, Oregano, Rosmarin
und Thymian hinzugefügt
FINESSE
Nuancenreiches Geruchs- und Geschmacksbild.
FINGERBOWLE
Wasserschale zum Fingerreinigen (meist mit Zitrone)
FINNISCHES
RENNTIERRAGOUT MIT ROTEN RÜBEN - KARTOFFELGRATIN
4 Portionen: 1,5 kg Rentierkochschlegel ausgelöst, pariert (zugeputzt), 200 g
mageren Speck geräuchert, 350 g Zwiebel, 200 g Karotten, 150 g Dörrpflaumen, 8
Löffel Öl, 1/4 l Sauerrahm, 6 dcl Demi Glace, 6 dcl Wasser, Salz, 20 g Mehl
glatt, 1 Tl Ingwer, 1 Tl Zucker. Zubereitung Finnisches Renntierragout: Fleisch
in ca. 3 cm große Würfel schneiden, Karotten, Speck und Zwiebel beigeben,
hellbraun rösten, Fleisch hinzufügen, durchrühren mit Wasser untergießen,
salzen, zugedeckt dünsten, dabei Flüssigkeit ergänzen. Nach vollendeter Garung -
Fleisch aus dem Saft heben. Karotten beigeben bis sie bissfest gegart sind.
Ingwer, Zucker und Dörrpflaumen beigeben und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Demi
Glace dazugeben. Mehl und Sauerrahm vermengen in die Sauce gut einrühren, 10
Minuten köcheln, Fleisch der Sauce wieder beigeben. Garungsdauer ca. 2 Stunden
je nach Alter des Tieres. Zutaten: 2 kg geschälte Kartoffeln, 1/2 l Obers, Salz,
Pfeffer, Muskatnuß, 1 kg Rote Rüben (rote Beete9 gekocht und blättrig
geschnitten. Zubereitung Roten Rüben (Rote Beete) - Kartoffelgratin: Kartoffeln
wie Chips raspeln, waschen und trocknen. Obers und Kartoffel danach vermischen
und langsam köcheln. Laufend leicht umrühren ca. 10 Minuten lang. Salz, Muskat,
Pfeffer beigeben. In eine feuerfeste Form die Hälfte gegen, Hälfte Rote Rüben,
1/4 oder die restliche Hälfte Kartoffeln über die Masse geben, dann den Rest der
Roten Rüben und den Rest der Kartoffeln. Ca. 40 min bei mässiger Hitze backen.
Finnisches Renntierragout mit Kartoffelgratin servieren, dazu schmeckt,
Mineralwasser oder ein kräftiges Bier, auch ein Whisky Cola mit Jack Daniels ist
eine "boachene Geschichte". Schmäh Führen - Kallauern ist nach der Gaumenfreude
eine schöne Sache.
FIOR
DI LATTE
Weichkäse aus Kuhmilch, wird wie Mozzarella verwendet.
FIRNIG
Kennzeichnet einen Alterston bei betagteren Weinen.
FISCH
Auf der ganzen Welt wird gerne Fisch gegessen. Wer viel Fisch isst, bleibt
gesund, denn ein Fisch liefert viel Jod und viel Vitamin D. Jod braucht die
Schilddrüse. und Stoffwechsel regeln. Mit dem Vitamin D kann unser Organismus
das Kalzium aus der gesamten Nahrung optimal verwerten und somit werden die
Knochen gestärkt. Und noch ein Vorteil: Fisch macht nicht dick. Alle
Fischgerichte, vom Hering bis zum Lachs, versorgen uns mit herzgesunden
Fettsäuren, seltenen Spurenelementen und Vitaminen, die den Stoffwechsel
aktivieren und unsere Knochen stärken. Fische sind ein Stück Lebenskraft und
gehören unbedingt zu unser Ernährung. Gerade unsere Dicken sind angesprochen,
mindestens drei Mal in der Woche zu fettarmen Fischen zu greifen und diese mit
viel Gemüse oder Salaten zu genießen. Mit fettarmen Fischensorten sinkt der
Kalorienkonsum, und die Pfunde geraten ins purzeln. Selbst Hering, Forelle,
Lachs und Makrele mit 10 % Fettanteil, sind noch durchaus diättauglich, denn
ihre Fette bestehen aus besonders mehrfachen ungesättigten Fettsäuren. Fisch
soll frisch sein und dann sofort verbraucht werden. Also greifen Sie zu und
lassen Sie sich mit einem Fischgericht verwöhnen. Einige Beispiele werden
folgen. Die moderne Küche der heutigen Zeit kocht etwas anders, sie setzt auch
zum Fisch viel Obst und Gemüse ein.
So
unterschiedlich wie die Fischsorten sind, lassen sie sich auch zubereiten.
Festes Fischfleisch aus Lachs, Thunfisch, Hai und Rotbarsch wird gerne gebraten.
Es kommt auf die Stärke der Scheiben an. Diese Fischteile braten Sie zwischen
zwei bis vier Minuten von jeder Seite. Fischfilet sollte man immer melieren,
dadurch hält es besser zusammen und zerfällt nicht zu schnell. Das Panieren ist
zwar auch eine Möglichkeit, aber bindet beim Braten und auch beim Ausbacken in
Fett zuviel Fett in der Panade. Eine günstigere Methode ist das Grillen mit
wenig Fett oder in Folie. Aber noch besser ist das Dünsten in Weiswein oder in
einem Fischfond. Das ist die schonenste Art, besondere Gerichte herzustellen.
Dazu gehören gefüllte Zungenfilet der Seezunge und Rotzunge, aber auch ein
gefülltes Schollenfilet ist ein Hochgenus. Größere Fische, wie zum Beispiel der
Karpfen, sollten in einem Fischfond gegart werden. Dabei ist unbedingt zu
beachten, dass sich in dem Fond ein Gewürzsträußchen und Mire-poix
(Wurzelgemüse) befinden. Einige Tropfen Säure im Fond bilden auf der Schleimhaut
beim Garziehen eine appetitlich bläuliche Farbe. Wir bezeichnen diese
Zubereitung als Blaukochen. Karpfen, Forelle, Schlei „blau“ mit Meerrettichsahne
und etwas zerlassener Butter ergeben wieder Gerichte für Kenner. Wer unter Ihnen
nun wirklich auf etwas Fett verzichten muss, sollte seinen Fisch dämpfen. Dazu
gibt es besondere Fischpfannen mit Dämpfeinsätzen. Der Fond der sich bildet wird
dann als Sauce weiter verarbeitet
Fischfond
Der Fischfond dient nicht nur dem Pochieren des Fisches, er ist auch die
Grundlage für wohlschmeckende Saucen, die daraus gezogen werden können. Der
Fischfond wird mit gewaschenen und zerkleinerten Fischgräten, Mirepoix,
Champignons, Weiß- oder Rotwein und Gewürzen angesetzt.
Fischmarkt
Hamburger Fischmarkt - Der Markt findet jeden Sonntag Morgen von 5 – 9:30 Uhr
statt, im Winter ab 7 für seine
Nachtschwärmer, Touristen und alle Frühaufsteher geöffnet. Neben frischem
Fisch findet man dort auch Obst, Gemüse und diverse andere Dinge. Der Fischmarkt
befindet sich direkt neben den Altonaer Auktionshallen an der Großen Elbstraße.
Seit 1703 gibt es in Hamburg im Stadtteil Altona (am Hafen in der Nähe der
Speicherstadt) den Fischmarkt. Damals gab es hier nur Fisch zu kaufen, in erster
Linie Heringe. Heute kann man hier am frühen Sonntagmorgen fast alles erstehen:
u.a. Diverse Fischsorten, Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Pflanzen,
Antiquitäten und Kitsch . Viele interessante Menschen kann man hier treffen…
Touristen, nächtliche Szenegänger beim Frühschoppen, Hausfrauen und Wirte die
Lebensmittel für das Sonntagsessen einkaufen und natürlich die Marktschreier.
Die so genannten Rappohändler sind wirkliche Hamburger Originale. Einen Moment
vor ihren Ständen stehen zu bleiben kann wirklich interessant und meist zum
lachen sein. Da sind zum Beispiel „Aal - Trude“ oder „Aale -Dieter“. Wenn diese
skurrilen Menschen zu ihrer Hochform auflaufen dann erlebt man das wahre Fischmarkt
- Feeling. Da kann es auch mal vorkommen dass der Eine oder Andere Fisch einen
Flug in die Menge erlebt, oder das ein kleiner Hering verbal zu einem Wal wird
der Geschichten erzählen kann. Schon allein die originellen Verkaufssprüche der
Händler sind einen Besuch beim Fischmarkt wert. Auf Hamburgs traditionsreichstem
Markt wird so ziemlich alles gehandelt, was nicht niet- und nagelfest ist.
Von der angestaubten Porzellankanne bis zur quietschfidelen Entenfamilie ist
hier im Schatten der 100 Jahre alten Fischauktionshalle alles zu haben.
Nachtschwärmer von der Reeperbahn stehen hier mit Fischbrötchen und heißem
Kaffee in den Händen an der Wasserkante und warten auf die Rückkehr der
Lebensgeister. Besonders beliebt bei Frühaufstehern, Schnäppchenjägern und
Touristen: Brunch in der historischen Fischauktionshalle zu Jazz-, Skiffle- oder
Country- und Western-Musik.
Fischpfanne
Zutaten für 2 Personen: 200g Lachsfilet 150g Schollenfilet 50g Krabben 300g
Möhren 25g Butter 1 Zitrone 1 Knoblauchzehe 0.125 Liter trockenen Weißwein 100g
Schlagsahne 2 Eßl. heller Saußenbinder Estragonblätter (1/2 Topf) Die
Fischfilets abwaschen, trocken tupfen und mit Zitronensaft beträufeln. Möhren
schälen, in feine Streifen schneiden und in kochendem Salzwasser 3 Minuten
blanchieren. Auflaufform ausfetten, die abgetropften Möhren hineinlegen,
zerdrückten Knoblauch zufügen, Lachsfilet in grobe Würfel schneiden und auf die
Möhren legen. Mit Salz und Pfeffer würzen, Butterflöckchen auf dem Fisch
verteilen. Wein zugeben und in dem auf 200¡ vorgeheizten Backofen 10 Minuten
garen. In der Zwischenzeit die Schollenfilets in Streifen schneiden und mit Salz
und Pfeffer würzen. Sahne und Saußenbinder verrühren und mit Salz und Pfeffer
würzen. Die Form aus dem Ofen nehmen und die Lachswürfel vorsichtig (!)
herausnehmen und warmstellen. Die Sahne unter das Gemüse rühren,
Schollenfiletstreifen auf das Gemüsebett legen. Krabben zugeben und erneut für
10 Minuten in den Ofen schieben. Lachs zugeben und nochmal 5 Minuten in den Ofen
stellen. Zum Servieren mit Estragon bestreuen.
Fischsud
Unterschieden wird hier zwischen dem Kochen im gewöhnlichen Sud, dem Kochen im
weißen Sud und dem Blaukochen . Der gewöhnliche Fischsud ist für Salm,
Lachsforelle und Seeforelle gedacht. Er besteht aus Wasser, Weißwein, einem
Schuß Essig, Salz, Lauch, Karotten, Zwiebeln und Petersilie sowie
Lorbeerblättern, Thymian und zerdrückten Pfefferkörnern. Alle Zutaten werden
eine halbe Stunde lang gesotten und dann durchpassiert. Die rohen Fische werden
nun in einen Fischkessel gelegt und mit dem Sud bedeckt. Auf den Siedpunkt
bringen und langsam weiterkochen. Diese Zubereitungsart kommt für große
Süßwasserfische in Frage. Für große, ganze Salzwasserfische dient der weiße Sud.
Er wird aus Wasser, Milch, Zitronensaft, Lorbeerblättern, Dill und zerdrückten
Pfefferkörnern gewonnen. Hier werden die Zutaten kalten zusammen mit dem Fisch
aufgesetzt, nach Erreichen des Siedepunktes langsam weitergekocht und
abgeschäumt. Wenn nur Tranchen oder Schnitten der Fische verwendet werden, muß
der Sud vorher eine halbe Stunde lang gekocht haben.
Fischsuppe
mit Heilbutt für "Schmalgepickte"
Zutaten: 250 g Heilbuttfilet, 250 g Heringsrogen, Saft
einer 1/2 Zitrone, 1 1/4 Fleischbrühe, 4 Zwiebeln, Lorbeerblatt, 2
Petersilienwurzeln, 1/2 Sellerieknolle, 3 Gewürzgurken, 1 Glas Weißwein, 1 Tl
geriebener Meerrettich, Dill Zubereitung:Das Heilbuttfilet unter kaltem Wasser
abspülen und abtupfen und zusammen mit dem Heringsrogen mit Zitronensaft
beträufeln. Die Fleischbrühe erhitzen, Zwiebeln zerkleinern und mit Salz und
Lorbeerblatt in die Brühe geben. Aufkochen, den Fisch hineingeben und 10 Minuten
gar ziehen lassen. Mit dem Schaumlöffel herausnehmen und zur Seite stellen.
Petersilienwurzeln schälen und fein reiben. Sellerie und Gewürzgurken in dünne
Streifen schneiden und in der Suppe 5 Minuten ziehen lassen. Weißwein angiessen
und den geriebenen Meerrettich einrühren. Der Fisch vorsichtig zerpflücken und
in die Suppe geben. Nochmals kurz erhitzen. Mit zerrupftem oder getrockneten
Dill bestreut servieren. Weißwein oder Mineralwasser passen am Besten zu dieser
"Toten Fisch Suppe" die hervorragend schmeckt. ..Der Mensch ist, was er isst -
und trinkt...
Fischsuppe
mit Obers
Zutaten für 2 Portionen: 1 kleine Karotte, gewürfelt, 1
kl. gelbe Rübe, gewürfelt, 1 EL Butter, 1/16 l Weißwein (Riesling), 1 Paprika,
gewürfelt, 400 ml Fischfond, 1/8 l Schlagobers, 1 kleines Zanderfilet, 1
Lachsforellenfilet, Salz, weißer Pfeffer, 15 dag Muscheln, gekocht, 3
Flusskrebse, gekocht, etwas Dille, gehackt, 1 großer Erdapfel, geschält, in
Stifte geschnitten, Öl zum Backen. Zubereitung: Karotten- und Rübenwürfel in
halber Menge Butter anschwitzen, mit Weißwein ablöschen, etwas einkochen lassen;
weich kochen (evtl. etwas Wasser zugeben). Paprikawürfel in restlicher Butter
andünsten, im Fischfond weichkochen; Obers beigeben und fein mixen.Gemüse- und
Paprikasuppe vermischen, aufkochen und die vorbereiteten geteilten Fischstücke
leicht darin ziehen lassen. Mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Muscheln
und Flusskrebse zur Suppe, mit Dille bestreuen. Erdäpfelstifte in Öl
herausbacken, auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und extra zur Suppe
servieren.
FLACH
eher neutral im Geschmack, langweilig.
Fladen + Flache, runde Brote (z.B. türk. Fladenbrot für Pitas, Chapati).
FLÄDLE
gebackene, dünne Pfannkuchen mit Muskat und oft auch Kräutern, die - in feine
Streifen geschnitten - als herzhafte Suppeneinlage dienen. Flammeri gestürzte
Süßspeise, z.B. aus Gries, Kalt serviert mit pürierten
Früchten.
FLAMANDE
Siedfleischgericht, umgeben von Krautköpfen, Karotten, Kartoffeln,
weissen Rüben, Lauch, Wursttranchen, Preiselbeeren, Mostarda, diversen Salaten.
FLAMBIEREN
Abbrennen einer Speise mit angezündetem Weinbrand, Kirschwasser, Rum
oder einer anderen Spirituose zur Geschmacksverbesserung. Manchmal auch
verwendet als Bezeichnung für das
Absengen von Geflügel.~ Französisch flamber = «sengen»: über die offene Flamme
halten. > Ein Gericht am Schluss mit einem Schuss Cognac oder einer anderen
Spirituose ablöschen und die Sauce entflammen. Beim Flambieren werden
feine Ragouts, Fleischspießchen, Steaks, Geflügelgerichte, feine Desserts,
Früchte oder Mixgetränke durch Abbrennen des Alkohols mit der Würze einer
hochprozentigen Spirituose aromatisiert. Zum Flambieren geeignet sind z. B.
Cognac, Weinbrand, Rum, Kirschwasser, Himbeergeist und auch starke Liköre (mit
mindestens 38 % Alkoholgehalt). In einer Flambierpfanne (aus Kupfer) wird die
Speise auf einem Spiritus-Réchaud heißgehalten. Der Alkohol wird in einem
Saucenlöffel kurz über der Spiritusflamme erwärmt, seitlich um die heiße Speise
gegossen und angezündet. Die Flamme wird schöner, wenn man eine Prise Salz in
den brennenden Alkohol gibt, sie leuchtet dann hellgelb auf für eine herbere
Geschmacksnote empfiehlt sich Whiskey oder Weinbrand. Hauptsache Geschmack und
Prozente stimmen je weniger Flüssigkeit in der Pfanne ist um so besser brennt
es. Daher Früchte immer abtropfen lassen, Steaks in nicht zuviel Fett braten.
Nach Geschmack und Spaß rechnet man ein bis drei Esslöffel Alkohol pro Person
FLAMMEKUECHE
- FLAMMKUCHEN
hauchdünner Brotteig mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speckwürfeln
(elsässische Spezialität) - dünner Hefebrotteig, mit Crème fraîche, geriebenen
Käse, Eigelb, Speckwürfeln und gehackten Zwiebeln belegt und im Holzofen
gebacken.
Flammeri
~ In der klassischen Küche eine stichfeste oder sturzfeste Crème aus
Eiern, Milch und Gelatine oder stark quellenden Zutaten wie Griess oder Reis
(=>
Pudding).
flammieren
~ Abbrennen von Flaum- und Federreste über offenem Feuer bei Geflügel und
Wildgeflügel.
FLAMMERL
Kein Pudding, sondern eine Süßspeise aus Saft, Wein oder Milch, in der Grütze,
Speisestärke oder andere Bindemittel gekocht bzw. ausgequollen werden. Mit
Eigelb oder geschlagenem Eiweiß kann man den Flammerl verfeinern.
FLAN
Süße, puddingähnliche Nachspeise oder Mischungen aus Eiern, Sahne und pürierten
Gemüsen, die im Wasserbad gegart und warm als leichte Vorspeise oder als Beilage
zu Fleischgerichten gereicht werden. Man serviert sie mit Sabayon.
FLEISCH
Wird von Fleisch gesprochen, so ist das Fleisch von
Schlachttieren (Rind, Kalb, Schwein und Lamm) gemeint.
Schlachtfleisch liefern Tiere, die ausschließlich zum Schlachten gezüchtet
werden - das Schlachtvieh. Dies sind im allgemeinen Rinder (Rind- und
Kalbfleisch), Büffel, Bisons, Schweine, Schafe (Schaf-, Lamm- und Hammelfleisch)
und Ziegen. In bestimmten Ländern zählen hierzu noch Pferde, Lamas, Alpakas, Kamele, Jacks, Moschusochsen,
Rentiere oder Karibus. Als Fleischverzehr wird nur der Teil des Schlachtviehs
bezeichnet, der auch tatsächlich gegessen wird. Benutzt man die Bezeichnung
Fleischverbrauch, so werden zusätzlich die Teile (Haut, Knochen oder
Mageninhalt) gemeint, die sich nicht zum Verzehr eignen. Der aktuelle, jährliche
Fleischverzehr im deutschsprachigen Raum ist ca. 60 Kilogramm pro Kopf. Fleisch
beim Braten immer in ausreichend heißes Fett geben. So schließen sich die Poren
und der wertvolle Fleischsaft kann nicht mehr austreten. Beim Braten sollte man
darauf achten das Fleisch auf den Anschnittflächen anzubraten. Auch so wird
verhindert, dass unnötig viel Fleischsaft austreten kann. Nach und während der
Zubereitung sollte man möglichst nicht mit einer Gabel in das Fleisch stechen.
Auch so verhindert man den Austritt des Fleischsafts. Gebratenes Fleisch
möglichst 8 bis 10 Minuten ruhen lassen. So kann sich der Fleischsaft wieder im
Bratenstück gleichmäßig verteilen und läuft beim Tranchieren nicht so sehr aus.
Die beim Garen ausgetretenen Fleischsäfte verwendet man optimaler weise für die
Zubereitung von Saucen. So werden die Nährstoffverluste nochmals vermindert.
Zudem sind sie ein kräftiger Geschmacksträger.
FLEISCHEXTRAKT
Eine Remouillage aus gehackten Rindknochen, Röstgemüse, Wildteilen und
Geflügelbrühe wird zunächst durch ein Tuch passiert. Das Ganze wird mindestens
fünf Stunden lang gesotten, die Remouillage wird extra für die Gewinnung des
Fleischextraktes, der Glace de viande, hergestellt. Auf kleiner Flamme wird die
durchpassierte Flüssigkeit nun so lange gedünstet, bis sie eine sirupartige
Konsistenz erreicht.
Fleischtopf ~ (Frz.: marmite) - Fleischtopf, Suppentopf
Fleuron ~ Meist halbmondförmige Blätterteigstückchen, die zur Dekoration oder als
Garnitur an Speisen mit Sauce gegeben werden.
FLEURONS
ungesüßte Blätterteigstückchen zur Garnierung von Speisen
FLOENTINER ART
À la florentine werden nicht nur für Fische, sondern auch Geflügel,
Fleisch und Eier angerichtet: Auf einem Spinatsockel aus frischem Blattspinat,
der nur kurz blanchiert wurde, werden Fleisch, Fisch oder Eier angerichtet. Eine
Sauce (siehe) Mornay wird darüber gezogen und kurz im Ofen überbacken.
DAS WOHLFÜHL~GETRÄNK
KULTURHAUPTSTADT~09
LINZ~DONAU
:
Flinzerl ist ein ausgezeichnetes Getränk, dass von
Wohlfühlgästen der EASY BAR getestet wurde, Erfinder von
Flinzerl ist GEORG DANTER und das Getränk wurde
zusammengestellt von MARTIN
RETSCHITZEGGER.
Es schmeckt
erfrischend, nobel und begeistert durch seine Raffinesse.
Es ist das Wohlfühl~Getränk~Europa 2009

 |
FLUNDER
Plattfisch, schwimmt in Seitenlage, Meerwasserfisch, bis zu 50 cm
lang und 2 kg schwer, gerne geräuchert
FLUSSBARSCH
Egli (franz. Perche), feiner Süßwasserfisch mit festem, weißem und sehr
fettarmem Fleisch
FLUSSKREBSE
(franz. écrevisse) Süßwasserkrustentier, deren Schwänze gegessen
werden
|

Linz
mit Torte oder auch ganz ohne
Das österreichische Linz hat sich in kurzer Zeit vom Industrieort zur
Touristenstadt gewandelt. Auf verschlungenen Wegen durch Beizen, Läden und
Gassen.
Der Hauptplatz mit dem Cafe. Von Michel Wenzler
Die Frau im Fremdenverkehrsbüro setzt mich gleich ins Touristenbähnchen. «Bei
dem Wetter sind Sie so erst einmal im Trockenen!» Und schon ruckelt der «Linz
City Express», eine Lokomotive auf Autorädern, über das nasse Kopfsteinpflaster
der Altstadt. Vorbei gehts an barocken Bauten und Rokoko-Fassaden, an breiten
Erkern und verborgenen Innenhöfen, die man eher in der Toscana als in
Oberösterreich vermuten würde.
Entwicklungshelfer aus Vorarlberg
Für diese Winkel der Stadt interessierte sich bis in die Neunzigerjahre kaum ein
Tourist, denn Linz war lange von der kriselnden Schwerindustrie geprägt und
daher recht trostlos. Da musste erst ein Vorarlberger ran, der aufzeigte, dass
es mehr gibt als Stahl und Eisen: Unter den belustigten Blicken der
Einheimischen («Als gäbe es hier etwas zu sehen!») karrte der Zuwanderer in
seinem Bähnchen die ersten Touristen in Kurven durch die Stadt.
Linz hat sich mittlerweile gut auf den Tourismus eingestellt, und der
Vorarlberger ist noch immer im Geschäft. Nach der Fahrt schickt er gleich alle
Besucher ins Café Glockenspiel am Hauptplatz. Bei einer Linzer Torte sollen sie
dort den Regen aussitzen.
Das Gebäck ist der Stolz der Einheimischen, und mit den Zutaten sparen sie
nicht: In jedem Bissen vermutet man sämtliche Zuckervorräte der Stadt. Hat man
aber einmal das Gittermuster mit der Konfitüre gegessen, bleibt nur ein Gebrösel
übrig, trocken wie ein Sandsturm.
Als Mitbringsel macht sich die Linzer Torte trotzdem gut. Das Original, so weiss
der Kellner, kauft man in der Herrenstrasse, bei der Konditorei der Familie
Jindrak.
Die Kunst- und die Schnapsstrasse
Den Einkaufsbummel kann man dann gleich in der Parallelstrasse fortsetzen, in
der Landstrasse. Sie hiesse besser Ladenstrasse, finden sich hier doch praktisch
alle Einkaufszentren, Boutiquen und Schickimicki-Läden der Stadt. Interessanter
sind jedoch die Seitengassen, in denen man auf die eine oder andere Kuriosität
stösst. So steht in einem Café in der Spittelwiese die angeblich höchste Bar der
Welt. Die Flaschen sind auf einem meterhohen Stahlgerüst aufgereiht. Ob das
praktisch ist, bleibt hingegen umstritten: Um an die oberste Flasche zu
gelangen, benötigt der Barmann nämlich zwei Dinge, die andernorts manchmal
fehlen - eine lange Leiter und eine nüchterne Verfassung
In der Bischofstrasse reihen sich Antiquariate an Kunsthandlungen, und auch für
eine Messerschmiede oder einen Klosterladen ist hier noch Platz. Und wohin geht
es, wenn der Kaufrausch nachlässt, bei diesem Wetter? Eine ältere Dame zählt
gleich alle wichtigen Ausstellungen der Stadt auf, etwa das Lentos-Kunstmuseum,
das Bruckner-Haus, das Schlossmuseum, die Landesgalerie, das Stifter-Haus oder
das Stadtmuseum. Das kulturelle Angebot ist gross; Linz möchte Kulturhauptstadt
2009 werden und hat wohl Chancen.
Meine Museumsberaterin schickt mich schliesslich über die Donau. Dort steht das
Ars Electronica Center, das futuristischste Museum der Stadt, ein
Experimentierkasten auf fünf Etagen. Kinder und Erwachsene können sich darin
stundenlang mit den interaktiven Installationen vergnügen und mit den
technischen Apparaturen spielen. Das Personal ist hilfsbereit. Aber ob man die
neuen Technologien am Ende begreift, sei dahingestellt.
Ein Nichtwiener Schnitzel
Der Erlebnisparcours hat Hunger gemacht. Ein rundlicher Herr, der vor dem
Abendessen seinen Hund spazieren führt, weiss zum Glück Rat. Er kennt «ein
nettes Beisl», das Stieglitz im Klosterhof. Das Wiener Schnitzel steht dort
nicht auf der Karte, selbstbewusst wird Linzer Schnitzel angepriesen -
schliesslich muss man sich gegen die nahen Hauptstädter behaupten. Kulinarisch
gelingt das ganz gut (nur das Schnitzel - es entpuppt sich lediglich als
Variante der Wiener Spezialität).
Tipps von der Braut
Auch die Ausgangsszene macht einen konkurrenzfähigen Eindruck. Bei trockenem
Wetter spielt sich viel auf den Strassen der Altstadt ab, auch jetzt, nachdem
der Regen aufgehört hat. Für Unterhaltung sorgt eine Frau, die ganz in Weiss
gekleidet ist und offenbar ihren Polterabend bestreitet. Um ihre Hochzeitskasse
aufzubessern, versucht sie hartnäckig, den Passanten ein Eis anzudrehen. Für
zwei Euro gibts von der Glace-Fee ein Cornet und einen Tipp fürs Nachtleben: die
Nachtschwärmer-Bar. Sie sieht von aussen aus wie ein verruchtes Loch, innen ist
sie aber im Stil eines hölzernen Eisenbahnwaggons ausgekleidet und sehr
gemütlich. Allerdings wird es schnell eng und verraucht. Ein paar Studenten
raten mir darum, den Abend in der vornehmen Landgraf-Lounge fortzusetzen. Dieses
Szenelokal im Stadtteil Urfahr eignet sich für alle, die sich in entspannter
Atmosphäre durch die Nacht plaudern wollen. Ausgelassener gefeiert wird ein paar
Strassen weiter im Hasenstall, dessen Name schon fast Programm ist: Auch wenn
keine Schneehäschen in Skischuhen am Tresen stehen, wähnt man sich hier eher
beim Après-Ski als an der Donau, denn in der Bar sieht es aus wie in einer
Skihütte. Entsprechend kanns hier zugehen.
Der Märchenberg
So sehnt man sich am nächsten Morgen nach einem ruhigeren Programm. Da die Sonne
scheint, empfiehlt mir der Hotelportier die Fahrt auf den Pöstlingberg. Eine
alte Bahn, voll gepackt mit Rentnern, ächzt und stottert den steilen Hang
hinauf. Von oben, dreihundert Meter über der Donau, erscheint die Altstadt
winzig. Dahinter die ausgedehnten Industrieanlagen. Manchmal reicht der Blick
sogar bis in die Alpen. Bereits im 19. Jahrhundert war darum der Pöstlingberg
ein Tummelplatz der Bourgeoisie.
Die ersten Ausflügler suchten aber nicht nur den Blick in die Weite, sie gingen
auch in die Tiefe: Auf dem Berg wurde extra eine Grottenbahn gebaut, welche die
Besucher noch heute auf eine Reise in die Welt der Zwerge und Feen mitnimmt. Der
Rundkurs führt vorbei an Märchenfiguren, die Geschichten nachstellen. Keiner
würde die hundertjährige Erlebnisbahn heute noch als Sensation bezeichnen, doch
immer noch begeistert sie Kinder und jung Gebliebene.
Auch für übermüdete Nachtschwärmer ist die Grotte zu empfehlen: Das Licht ist
hier wesentlich weniger grell als draussen, die Höhle ist wie geschaffen für ein
Nickerchen.
|

|
 |










 |