Bei so vielen Menschen auf engstem Raum wird sicher das ein oder andere passieren, das nicht nur Italiener erheitert.

Wir haben eine Panoramasauna mit einem großen Fenster, das von außen verspiegelt ist. Was haben wir da drin schon gelacht, wenn manche Leute draußen ungewollt regelrechte Vorstellungen gegeben haben. Da war mal ein Mann, der schaute immer nach links, nach rechts und hat dann heimlich Obstspalten von einem Teller stibitzt, der für den Fruchtaufguss bereitstand. Wir saßen mit 70 Leuten in der Kabine und haben gegrölt. Oder einer fasste sich immer an den Kopf, wenn ich nach dem Aufguss mit dem Handtuch gewedelt habe. Es hat einige Zeit gebraucht, bis mir klar wurde, dass der sein Toupet festhielt. Es kommen natürlich auch Paare in wechselnden Konstellationen, und man muss das dann still lächelnd überspielen. Ich versuche dabei immer ganz locker zu bleiben, denn das überträgt sich auf die Stimmung der Gäste. Wenn ich ein Geburtstagskind in der Kabine habe, singen wir. Ich sage dann immer: Wer hat schließlich schon mal ein Ständchen von 80 Nackedeis bekommen?

Sind Sie immer so um gute Laune besorgt?

Die Stimmung ist meistens ohnehin gelöst. Trotzdem erzähle ich bei fast jedem Aufguss ein, zwei passende Witze.

Welcher ist gerade im Repertoire?

Ein deutsches Ehepaar hat zwei bildschöne Töchter, wünscht sich aber noch einen Sohn. Man geht ans Werk, und die Frau wird schwanger. Aber als der ersehnte Sohn zur Welt kommt, ist er so hässlich, dass der Mann sich ernsthaft Gedanken macht. »Warst du, als wir es probiert haben, nicht ein paar Tage zum Skifahren in Österreich?«, fragt er seine Frau. »Hast du es vielleicht auch mit einem Österreicher versucht?« Sie lächelt sibyllinisch: »Diesmal nicht.«

Interview: Martin Wein