
„In
einem kleinen Café in Hernals…“ ist eines der bekanntesten Wienerlieder.
Geschrieben hat es ein Meidlinger, Hermann Leopoldi (1888-1959). Wie Ottakring
war auch Hernals ein Ort mit vielen Gaststätten und Vergnügungslokalen, eines
davon war einst die „Güld’ne Waldschnepfe“, Dornbacher Straße 88, wo Kronprinz
Rudolf verkehrte und die Schrammeln aufspielten. Andere berühmte Hernalser
Lokale waren und sind das Metropol (ehemals Etablissement Klein) und die
„Kulisse“ in der Rosensteingasse.
Im Bezirksmuseum ist dem Schrammel-Quartett ein eigener Gedenkraum gewidmet.
Georg Dänzer, der Meister des „picksüßen Hölzls“ (der G-Klarinette), neben den
Brüdern Johann (1850-1893) und Josef Schrammel (1852-1895) und Anton Strohmayer
der vierte Mann des ursprünglichen Quartetts, war gebürtiger Hernalser. Nach
dessen Tod wurde die Klarinette durch das Akkordeon ersetzt. Auf dem 1981
nachgeschaffenen Alszauberbrunnen auf dem Elterleinplatz über dem Bachbett des
Alsbaches ist ein anderes, späteres Quartett verewigt. Ein weiteres
Schrammel-Denkmal – eine Marmorskulptur mit den Instrumenten des
Schrammelquartetts – befindet sich an der Ecke Dornbacher Straße/Alszeile.
In Hernals geboren wurden der Operettenkomponist Edmund Eysler (1874-1949), der
das Silberne Zeitalter der Wiener Operette einleitete, sowie der beliebte
Burgschauspieler Josef Meinrad (1913-1996). Kammerschauspieler Ewald Balser
(1898-1978) wohnte in der Promenadegasse 24. Der berühmte Eiskunstläufer Karl
Schäfer (1909-1976), achtmaliger Europameister, siebenmaliger Weltmeister und
zweimaliger Olympiasieger im Eiskunstlauf, verheiratet mit Christa Engelmann,
war geborener Hernalser. Friedrich von Schmidt (1825-1891), der
Ringstraßenarchitekt und Erbauer des Neuen Rathauses, wohnte in der sogenannten
Bärenvilla in Dornbach, dem von ihm umgestalteten Haus eines Weinbauern. Es
wurde ein Treffpunkt berühmter Künstler und Architekten, darunter Theophil von
Hansen und Hans Markart. Der Stegreifdichter des Wiener Vormärz, Ferdinand
Sauter (1804-1854), der volksliedhafte und politische Gedichte schrieb, starb in
einem Cholera-Notspital in Hernals und ist auf dem Hernalser Friedhof begraben.
Hernals
beherbergt den ältesten Landschaftsgarten Österreichs, den Schwarzenbergpark in
Neuwaldegg, der direkt in den Wienerwald übergeht und rund 80 Hektar umfasst.
Daneben finden sich in Hernals weitere kleine Parkanlagen wie der rund 17.000
Quadratmeter große Lidlpark mit zahlreichen japanischen Zierkirschenbäumen.
Über weniger als 10.000 Quadratmeter Fläche verfügen der
Alexander-Lernet-Holenia-Park und der Josef-Kaderka-Park in Dornbach sowie der
Pezzlpark in Hernals.
Der Hanslteich ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger und Ausflügler. Der
Teich wurde zirka 1920 zur Eisgewinnung angelegt. Er wird vom Alserbach gespeist
und ist von Wald und Wiese umgeben. Er ist frei zugänglich und wird zum
Bootfahren genutzt.
Wiener
Schnitzel ~ Wie die Gastronomie-Geschichte zu berichten weiß, entstand das
Schnitzel aus Prunk und Angeberei in Norditalien. Als 1514 das Vergolden von
Speisen verboten wurde (hob auch den Geschmack nicht wirklich), besannen sich
die Köche des byzantinischen Brauches, Fleisch im güldenen Bröselkleid schimmern
zu lassen. Feldmarschall von Radetzky, sonst glücklos, brachte das Rezept mit
heim. Aber erst die Weiterentwicklung, aus der Kalbsnuss fingerdicke Scheiben zu
schneiden, in Mehl, Brösel und Ei zu wenden und im Fett schwimmend
herauszubacken, machte das Gericht so typisch, dass es ab 1900 seinen Namen
bekam: Wiener Schnitzel